Eingebettet zwischen Pazifik, Regenwald und Vulkangipfeln, ist Seattle so etwas wie die grüne Lunge der USA. Wer hierherkommt, bewegt sich automatisch mehr, isst besser und atmet tiefer. Ein Städtetrip, der wirkt wie ein Reset-Knopf.
Seattles Strassen als Fitnessstrecke
Seattle ist eine Stadt, die man zu Fuss erobert. Vom legendären Pike Place Market schlängelt man sich durch steile Gassen hinunter zur neu gestalteten Waterfront, weiter durch den Olympic Sculpture Park bis zum quirligen Capitol Hill, der Queer Capitol von Seattle. Das Terrain ist hügelig und nach einem Tag hat man mehr Schritte gemacht als auf dem Laufband im Gym.

Die Stadt investiert seit Jahren gezielt in Fussgängerfreundlichkeit: breite Trottoirs, autofreie Zonen und Urban Trails, die Quartiere verbinden. Und wer zwischendurch eine Pause braucht, fährt mit der Fähre rüber nach Bainbridge Island, ein queerfreundlicher Ort mit malerischer Hauptstrasse, hübschen Boutiquen und kleinen Restaurants. Entschleunigung per Fährticket.
Essen, von hier: Farm-to-Table

Der Pazifische Nordwesten liefert das Beste, was auf den Teller kommt: wild gefangener Lachs, Dungeness-Krabben, Austern aus dem Puget Sound. Am Pike Place Market, wo die Fischhändler ihre Ware seit 1907 in hohem Bogen durch die Luft werfen, stapeln sich Obst und Gemüse von lokalen Farmen. In den Quartieren reihen sich Restaurants aneinander, die «saisonal» nicht als Marketingwort, sondern als Selbstverständlichkeit verstehen.
Wasser, Berge, Durchatmen: die Natur als Nachbar

In weniger als drei Stunden erreicht man vom Stadtzentrum aus den Olympic National Park mit seiner uralten Regenwald-Kulisse, die San Juan Islands zum Kajakfahren und Walbeobachten oder den Mount Rainier Nationalpark mit seinen 480 Kilometern Wanderwegen, die durch Schluchten, Bergwiesen und subalpine Wälder führen.
Aber man muss gar nicht so weit fahren. Mitten in der Stadt liegt der Madison Park Beach am Washington Lake – im Sommer ein beliebter Treffpunkt für die queere Community, zum Schwimmen, Sonnenbaden und Runterkommen. Und in der Umgebung der Washington Park Neighborhood lädt ein japanischer Garten zu Spaziergängen ein, die sich anfühlen wie eine Meditation mit offenen Augen. Seattle macht es einem leicht, Natur nicht als Wochenendprojekt zu verstehen, sondern als Teil des Alltags.

DISPLAY-Tipps
Eine Reportage von Raphael Hadad · Bilder: Raphael Hadad, Edelweiss/Loren Bedeli, Visit Seattle





