St. Pete-Clearwater überrascht: Sonne, Palmen, Street Art und ein Mix aus Strand- und Stadtkultur, der sofort Ferien-Vibes auslöst. Und das alles nonstop ab Zürich mit Edelweiss erreichbar.
Weisse Sandstrände, smaragdgrünes Wasser, eine lebendige queere Community – und frisch ausgezeichnet als eine der besten Stranddestinationen weltweit. St. Pete-Clearwater an Floridas Golfküste hat einiges zu bieten. Doch soll man in diesen Zeiten überhaupt in die USA reisen? Die Community vor Ort findet: klar ja. Lieber die lokale Gay Community unterstützen, als Länder zu bereisen, die gar keine Demokratie kennen. DISPLAY war vor Ort und hat mit der Community gesprochen.
Das queere Herz der Stadt an der Central Avenue

Von der Uferpromenade in der Innenstadt führt die Central Avenue Richtung Westen zum Strand. Bars und Restaurants prägen die ersten Kilometer, gefolgt von kleinen Boutiquen. Neben den Locations von Hotelier David Fischer haben sich hier weitere queere Geschäfte angesiedelt: die von Lesben geführte Bäckerei Valhalla Bakery, die Restaurants Love Food Central und Salty Nun – alle in queerem Besitz.
Das Mari Jean: ein Hotel für die Community

2023 eröffnete der schwule Geschäftsmann David Fischer sein bislang grösstes Projekt: das Mari Jean Hotel im Grand Central District von St. Pete. Nach Erfolgen mit der queeren Bar Cocktail und dem Pool-Club The Wet Spot war das Hotel – im selben historischen Gebäudekomplex aus dem Jahr 1926 – der nächste Schritt. «Ich wollte einen Ort schaffen, auf den unsere Community stolz sein kann. Einen Ort, der zeigt: St. Pete hat etwas, das viele andere Städte nicht haben.» Das Konzept: ein Boutique-Hotel für schwule Männer, offen für alle, aber klar positioniert.
Sind das die schönsten Strände der USA?

St. Pete-Clearwater räumt ab: Bei den Tripadvisor Travellers' Choice «Best of the Best»-Awards 2026 ist die Region gleich mehrfach vertreten, von den Stränden bis zu den Erlebnissen auf dem Wasser. Clearwater Beach hat es als einziger Strand Floridas auf die Liste der besten Strände der Welt geschafft – und als einer von nur drei in den gesamten USA. Wer den puderweissen Sand einmal zwischen den Zehen gespürt hat, versteht warum. Der Strand fällt flach ins türkise Wasser ab, und abends versammeln sich Einheimische und Gäste am Pier 60 zum kollektiven Sonnenuntergangsfest.
Etwas ruhiger, aber nicht weniger eindrücklich: Der Honeymoon Island State Park hat sich ebenfalls einen Platz unter den besten Stränden der USA gesichert. Unberührter Sand, smaragdgrünes Wasser, Fischadler über den Dünen. Hier fühlt sich Florida noch an wie vor fünfzig Jahren.
Mit dem Kajak durch leuchtende Mangroven

DISPLAY hat Jason von Get Up and Go Kayaking at Shell Key getroffen. Seine geführte Kajaktour startet an der Südspitze von St. Pete Beach und führt durch flache, kristallklare Gewässer rund um Shell Key, eine unbewohnte Insel, die nur per Boot erreichbar ist. Unterwegs tauchen Delfine auf, Pelikane gleiten über das Wasser, und mit etwas Glück lassen sich Seekühe blicken.
Das eigentliche Highlight findet allerdings nach Sonnenuntergang statt: die Glow Tour. Die Reisenden sitzen in durchsichtigen Kajaks aus stabilem Plexiglas und gleiten lautlos durch die Mangroven des Shell Key Preserve. Bunte LED-Leuchten am Rumpf tauchen das Wasser unter den Paddeln in Türkis, Lila und Neonblau. Fischschwärme reflektieren das Licht, Baumwurzeln tauchen wie aus dem Nichts auf, irgendwo im Dickicht krächzt ein Reiher. Der Himmel ist samtig-dunkelblau, übersät mit Sternen, und unter dem Boot funkelt es genauso. Florida, wie man es tagsüber am Strand nie erleben würde.
DISPLAY-Tipps
Flugzeit 11 Stunden, 7850 km, 3–5 Mal die Woche. Das Sportgepäck fliegt gratis mit – ob Surfbrett, Kiteboard oder anderes Equipment.
Eine Reportage von Raphael Hadad







