Erst Casinos, Shows und Champagner, dann Wüste, Weite und rote Felsen: Las Vegas ist der perfekte Startpunkt für einen Roadtrip.
Stadt der Superlative
Alles ist ein bisschen absurd. Wo sonst kann man morgens durch ein venezianisches Phantasie-Viertel spazieren, mittags am Pool liegen, abends ein Steak essen und später in einer irren Show landen, bei der Akrobatik, Magie, Musik und nackte Übertreibung miteinander verschmelzen?

Der Strip mit seinen Hoteltempeln und Casinos ist dabei der Runway. Das Bellagio imponiert mit seinen Wasserfontänen, das Paris Las Vegas stellt den Eiffelturm mitten in die Wüste, The Sphere sieht aus wie ein gelandetes Raumschiff und überall blinkt etwas, lockt etwas, verspricht etwas. Nichts ist echt, aber alles imposant, es ist eine Parallelwelt. Las Vegas hat auch keine Angst vor Kitsch. Im Gegenteil: Die Stadt macht daraus ein Geschäftsmodell.
Manchmal verschwimmen die Grenzen endgültig. Etwa in einem Walmart im Area 51, wo Rainbow-Souvenirs, Popkultur und Verschwörungsphantasien zu einer eigenen kleinen Parallelwelt werden. In dieser Stadt kann man sich selbstverständlich auch mit einer 3D-Brille auf einen anderen Planeten beamen. Nimm das, Elon, wir brauchen deine Raumschiffe gar nicht!

Gerade für ein queeres Publikum hat Vegas eine besondere Energie. Denn die Stadt urteilt wenig. Es gehört hier geradezu zum guten Ton, sich zu inszenieren, overdressed oder auch krass underdressed zu sein, laut zu lachen, spät zu essen, früh ins Bett zu gehen oder gar nicht. Vegas ist nicht subtil. Und das ist ganz schön befreiend.
Eine Reportage von Raphael Hadad · Fotos: Edelweiss / Loren Bedeli




