Die bekannte Community-Ikone Nicki Minaj verliert den Rückhalt in der queeren Nachtclub-Szene von Zürich.
Nicki Minaj sorgt derzeit für heftige Reaktionen innerhalb der queeren Community. Nachdem sich die Rapperin öffentlich positiv über Donald Trump geäussert hat, ziehen nun auch queere Clubs in Zürich Konsequenzen und distanzieren sich von der Künstlerin.
Was für viele Fans lange undenkbar schien, ist nun Realität: Nicki Minaj, einst als starke Verbündete der LGBTIQ+-Community gefeiert, steht politisch klar auf der Seite von Donald Trump. Diese Haltung sorgt weltweit für Enttäuschung. Auch in der Schweiz.
Mit Aussagen wie «Ich bewundere unseren Präsidenten zutiefst» oder Kommentaren über Trumps Auftreten, Attraktivität und Männlichkeit hat Minaj in den letzten Wochen mehrfach für Kopfschütteln gesorgt. Besonders in queeren Kreisen werden diese Statements als klare Abkehr von früheren Positionen wahrgenommen.
Auftritt sorgt für Irritation
Zusätzlichen Zündstoff lieferte Minajs Auftritt bei der konservativen Veranstaltung AmericaFest, bei dem sie gemeinsam mit Erika Kirk auf der Bühne stand. Erika war die Ehefrau des kürzlich verstorbenen konservativen Charlie Kirk. Aussagen wie «Jungs sollen einfach Jungs sein dürfen» stiessen bei vielen queeren Fans auf Unverständnis und wurden als problematisch gegenüber trans Personen interpretiert.
Der Vertrauensverlust zeigt sich auch online. Innerhalb kurzer Zeit hat Minaj mehr als zehn Millionen Follower verloren auf ihrem Instagram-Profil. Ihr Instagram-Profil ist aktuell nicht mehr öffentlich zugänglich.
Zürcher Clubs ziehen klare Grenze
Die Debatte bleibt nicht auf Social Media beschränkt. Auch in Zürich reagieren queere Locations. Mehrere Clubs und Bars haben entschieden, Nicki Minajs Musik künftig nicht mehr zu spielen.
Marco Uhlig, Betreiber der queeren Clubs Kweer, Heaven und Boyahkasha erzählt, dass Nicki Minaj ein grosser Teil des musikalischen Repertoires war. Doch diese Zeit sei nun vorbei.
«Wir haben uns bewusst dazu entschieden, keine Musik mehr von Künstler:innen zu spielen, die öffentlich queere Rechte ablehnen oder aktiv gegen sie arbeiten», sagt Marco in einem Interview mit Nau.ch. «Diese Entscheidung basiert auf unserem Selbstverständnis als Safe Space für queere Menschen und unsere Gäste», erläutert Marco Uhlig.

Foto: Zürich Tourismus
Keine Cancel-Kultur, sondern Haltung
Von einem klassischen Boykott möchte Uhlig dennoch nicht sprechen. Seine Gäste erwarten genau diese Haltung von ihnen. Vielfalt, Respekt und Solidarität seien Grundpfeiler der queeren Szene. Daran orientiere sich auch das Musikprogramm.
