Politische Debatte um Regenbogen

Politik

Wegen eines Bildes im Lenzburger Bezirksanzeiger reichte SVP-Grossrätin Stefanie Köpfli einen Vorstoss im Kantonsparlament ein – und zog ihn gleich wieder zurück. SP-Grossrat Rolf Schmid bezeichnet dieses Vorgehen als peinlich.

Im Kanton Aargau sorgt aktuell ein Foto für politische Diskussionen: Abgedruckt im Lenzburger Bezirksanzeiger ist ein Bild, das Regierungsrat Dieter Egli während einer Vereidigungszeremonie in einer Kirche zeigt. Im Hintergrund ist ein Regenbogen zu sehen.

Die SVP‑Grossrätin Stefanie Köpfli fühlte sich durch dieses Motiv gestört und reichte zusammen mit dem EDU‑Grossrat Martin Bossert am 6. Januar einen Vorstoss im Aargauer Kantonsparlament ein. Grund für ihr Vorgehen seien Rückmeldungen von Wählerinnen und Wählern gewesen, die den Regenbogen als politisches Symbol, insbesondere als Zeichen der LGBTQ‑Gemeinschaft interpretierten. Köpfli äusserte die Sorge, dass mit dem Bild eine politische Botschaft vermittelt oder die staatliche Neutralität verletzt worden sein könnte.

In ihrer Interpellation wollte sie unter anderem wissen, wie die Regierung die Neutralität ihrer Mitglieder sicherstelle und welche Aussage mit dem Foto gemacht worden sei. Hinweise darauf, dass das Regenbogenmotiv bewusst als politisches Symbol angebracht worden sei, gibt es jedoch nicht.

Bereits wenige Stunden nach Einreichung zog Köpfli den Vorstoss wieder zurück mit der Begründung, es seien «Unklarheiten» aufgetaucht. Weitergehende Erklärungen dazu gab sie nicht.

Die Aktion stiess in der politischen Diskussion auf Kritik: SP‑Grossrat Rolf Schmid bezeichnete den Vorstoss als «absolut gesucht» und ironisierte, dass man an einer «Woke‑Erzählung» festhalte, wo keine sei.

 

 

David Nöthiger

Redaktion
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

01.02.2026

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