Diskriminierung, Sexismus, Rassismus oder Queerfeindlichkeit passieren mitten im Alltag – doch längst nicht jeder Vorfall wird gemeldet. Das will St. Gallen ändern: Mit „St. Gallen schaut hin“ gibt es ab sofort eine anonyme und niederschwellige Möglichkeit, solche Erlebnisse zu melden. Das Angebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Menschen, die einen Vorfall beobachtet haben.
St. Gallen folgt damit einem Weg, den andere Schweizer Städte bereits eingeschlagen haben. Zürich führte sein Meldetool 2021 ein, Bern folgte 2023 und Luzern 2024. Auch Zug hat inzwischen eine entsprechende Anlaufstelle geschaffen. Die Meldungen helfen dabei, sichtbar zu machen, wo und wie Diskriminierung vorkommt – und daraus gezielte Präventionsmassnahmen zu entwickeln. Denn was nicht erfasst wird, bleibt in vielen Fällen unsichtbar.
Neben der Möglichkeit, Vorfälle zu melden, bietet die St. Galler Plattform auch Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten in der Region, etwa zur LGBTQ+-Helpline, Opferhilfe oder zur Dargebotenen Hand. Damit setzt die Stadt nicht nur auf Zahlen und Statistiken, sondern auf ein Signal: Hinschauen ist der erste Schritt – und Wegschauen keine Lösung.
