St. Gallen setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung

Politik

Bild: Claudio Schwarz | Unsplash
Diskriminierende Vorfälle bleiben oft unsichtbar, weil sie nicht gemeldet werden. Mit einem neuen anonymen Meldetool will St. Gallen Betroffenen und Beobachtenden nun eine einfache Möglichkeit geben, Vorfälle festzuhalten – und folgt damit dem Beispiel von Zürich, Luzern und Zug.

Diskriminierung, Sexismus, Rassismus oder Queerfeindlichkeit passieren mitten im Alltag – doch längst nicht jeder Vorfall wird gemeldet. Das will St. Gallen ändern: Mit „St. Gallen schaut hin“ gibt es ab sofort eine anonyme und niederschwellige Möglichkeit, solche Erlebnisse zu melden. Das Angebot richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Menschen, die einen Vorfall beobachtet haben.

St. Gallen folgt damit einem Weg, den andere Schweizer Städte bereits eingeschlagen haben. Zürich führte sein Meldetool 2021 ein, Bern folgte 2023 und Luzern 2024. Auch Zug hat inzwischen eine entsprechende Anlaufstelle geschaffen. Die Meldungen helfen dabei, sichtbar zu machen, wo und wie Diskriminierung vorkommt – und daraus gezielte Präventionsmassnahmen zu entwickeln. Denn was nicht erfasst wird, bleibt in vielen Fällen unsichtbar.

Neben der Möglichkeit, Vorfälle zu melden, bietet die St. Galler Plattform auch Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten in der Region, etwa zur LGBTQ+-Helpline, Opferhilfe oder zur Dargebotenen Hand. Damit setzt die Stadt nicht nur auf Zahlen und Statistiken, sondern auf ein Signal: Hinschauen ist der erste Schritt – und Wegschauen keine Lösung.

Andreas Koch

Artikel jetzt teilen

Veröffentlicht:

13.08.2026

Weitere Artikel zum Thema

Politik

Der historische Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt ist auch für die queere Community ein Warnsignal. Denn die Partei will zentrale Errungenschaften bei LGBTQ+-Rechten zurückdrehen – und verändert schon jetzt den politischen Diskurs.
07.09.2026

Community

Michael Rauchenstein moderiert die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau. Der ehrgeizige Ausserschwyzer konnte sich im Leutschenbach seinen Traumjob angeln und ist super happy im Moment. Im DISPLAY-Interview erzählt der 34-Jährige, auf welchen […]

04.11.2024

Community

Trotz islamistischer Gewalt und offenem Hass im Netz zeigt die queere Community Haltung: In Hamburg und Amsterdam feiern Hunderttausende Vielfalt, Liebe und den Mut, sichtbar zu bleiben.
24.09.2026
Mehr gibt es leider gerade nicht. Wir schreiben fleissig weiter.