My First Crush: Warum Freddie Mercury mein erster grosser Schwarm war

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1970er-Glamrocker und Queen-Frontmann Freddie Mercury. (Bild George Wilkes | 1973)
Viele Jahre bevor er Zürcher Stadtrat wurde, entdeckte André Odermatt seine Vorliebe für langhaarige Glamrocker. Sein absoluter Favorit war Freddie Mercury

«Mein erster grosser männlicher Schwarm war Freddie Mercury. Schwach wurde ich bei ‹Killer Queen›, dem ersten Welthit der Gruppe Queen mit Freddie als Leadsänger. Seine unvergleichlich starke Stimme begleitet mich bis heute durch mein Leben. Den Song zog ich mir Dutzende Male rein und sang – mehr schlecht als recht – wacker mit. Wird der Song am Radio gespielt, gehen bis heute gleich die Emotionen mit mir durch. Das Lied berührte mich ganz besonders durch seine Dramatik, aber auch durch seine Leichtigkeit. Ein bis heute nachhallender grandioser Ohrwurm.

André Odermatt, Fan von wuscheligen Mähnen. (Bild Tsüri | Elio Donauer)

Ich war damals wohl etwa 15 Jahre alt und es war die grosse Zeit des Glam-Rock mit zig Bands, die sich durch wuschelige Mähnen und androgyn-theatralische Outfits und Shows auszeichneten. Ich muss auch heute noch schmunzeln über diese schrille Pop- und Rock-Welt der 1970er Jahre und staune, was da alles möglich war, von opulenter Theatralik bis zum Spiel mit den Geschlechterrollen.

Freddie Mercury war für mich mit seiner damaligen Wuschelmähne, seinen mal sehnsüchtigen, mal suchenden, mal forschen Blicken, seiner Hammerstimme und seiner virilen Präsenz mit behaarter Brust einfach perfekt. Er liess mich schmachten.

André Odermatt 15-jährig

Ich sammelte deshalb alles, was ich über ihn im «Bravo» oder «Pop» finden konnte, tapezierte mein Schlafzimmer mit seinen Postern – zusammen mit weiteren Glamrockern wie Russell Mael von den Sparks, Marc Bolan von T. Rex oder auch David Bowie. Freddie Mercury war, wenn ich zurückblicke, ein Lichtblick in meiner Pubertät und in der Zeit der Selbstfindung, weil er zeigte, dass man auch als schwuler Mann mitten in der Gesellschaft stehen und Erfolg haben kann.

Bis heute begleiten mich seine Songs durch mein Leben – von den Anfängen in den glamourösen 1970er-Jahren bis zu seinen letzten grossen Hits vor seinem viel zu frühen Tod durch Aids. Mal stimmen sie mich nachdenklich, meist aber beschwingt.»

André Odermatt, SP, war von 2010 bis 2026 Mitglied des Zürcher Stadtrats und Vorsteher des Hochbaudepartements. Der 66-Jährige lebt in Zürich und ist seit 40 Jahren mit seinem Mann zusammen.

Andreas Koch

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Veröffentlicht:

27.09.2026

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