Der August hatte für die queere Community einiges zu bieten. Zwischen Pop-Comebacks, neuen Serien, grossen Sportmomenten und viel queerer Sichtbarkeit war diesen Monat ordentlich etwas los. Manche Geschichten waren wichtig, andere einfach herrlich unterhaltsam – und einige schafften es, beides gleichzeitig zu sein.
DISPLAY Magazin hat seine Favoriten des Monats zusammengestellt. Wir blicken noch einmal auf die Momente zurück, die uns diesen August besonders beschäftigt, zum Lachen gebracht oder – ganz ehrlich – ein bisschen zum Gossipen eingeladen haben.
1. Troye Sivan sagt: «She’s The Best»
Troye Sivan ist zurück – und diesmal dreht sich nicht alles um Männer. Mit «She’s The Best» läutet der australische Popstar seine neue Ära ein. Der Song ist eine Liebeserklärung an die Frauen und femininen Menschen in seinem Leben. Im Video trifft Sivan auf niemand Geringeren als Nicole Kidman und Drag-Ikone Sasha Colby. Das gleichnamige Album folgt am 9. Oktober.
Kurz gesagt: Troye hat uns wieder einmal einen Grund gegeben, das Handy auf maximale Lautstärke zu stellen und so zu tun, als wären wir gerade in einem Musikvideo.
2. «Adults» ist zurück – und immer noch herrlich chaotisch
Die zweite Staffel von «Adults» ist da und setzt dort an, wo die komplizierte Freundschafts- und Beziehungskiste der fünf New Yorker Twentysomethings aufgehört hat. Besonders spannend bleibt die Dynamik zwischen Paul und Anton: Nach Hochzeit, Kuss und jeder Menge emotionaler Verwirrung dürfte die Frage «Was sind die beiden eigentlich?» weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.
Die Serie hat dabei genau das gefunden, was eine gute Comedy braucht: Figuren, die erwachsen sein wollen, aber regelmässig beweisen, dass sie keine Ahnung haben, wie das eigentlich geht. Relatable.
3. «Las Culturistas» und Troye Sivan: Cum, Poppers und «Tro»
Bowen Yang und Matt Rogers haben sich für «Las Culturistas» gleich zwei spannende Gäste aus der Popwelt geschnappt: Gracie Abrams war Anfang August zu Gast, später folgte Troye Sivan.
Und Troye lieferte. Es ging um sein neues Album, Dating, einen möglichen Umzug nach New York, Schönheitsbehandlungen – und natürlich um Sex. Auf die Frage
«What are your thoughts on cum?»
antwortete Troye erstaunlich entspannt. Auch vorgetäuschte Orgasmen als Top und Poppers kamen zur Sprache.
Das ist «Las Culturistas» in Bestform: Popkultur trifft auf eine Unterhaltung, die irgendwann so persönlich wird, dass man sich fragt, ob man gerade wirklich zuhört. Und natürlich hört man weiter.
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Mehr Informationen4. «Strange River»: Queeres Begehren ohne Coming-out-Klischees
Jaume Claret Muxarts «Strange River» ist einer dieser Filme, die weniger erklären als fühlen lassen. Der 16-jährige Dídac reist mit seiner Familie entlang der Donau und begegnet dabei einem geheimnisvollen Jungen, der seine ohnehin schon komplizierten Gefühle ordentlich durcheinanderbringt.
Statt ein klassisches Coming-out-Drama zu erzählen, konzentriert sich der Film auf Sehnsucht, erste Liebe und die Unsicherheit des Erwachsenwerdens. Dídac muss sich nicht vor seiner Familie rechtfertigen – seine Gefühle dürfen einfach da sein.
Gedreht auf 16-mm-Film, entwickelt sich «Strange River» zu einem queeren Sommertraum zwischen Fluss, Hitze und Verlangen.
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5. Rob Jetten küsst seinen Verlobten – und das Internet schmilzt
Manchmal ist queere Sichtbarkeit erstaunlich simpel: ein Kuss.
Der niederländische Premierminister Rob Jetten wurde während der Hockey-Weltmeisterschaft dabei gefilmt, wie er seinen Verlobten Nicolás Keenan küsste und unterstützte. Keenan spielt für die argentinische Hockey-Nationalmannschaft – und Jetten zeigte sich als stolzer Partner am Spielfeldrand.
Keine grosse politische Inszenierung, kein Statement, keine Flagge im Hintergrund. Einfach zwei Männer, die sich lieben. Und genau deshalb war der Moment so schön.
6. Leo Diller: Coming-out im Schweizer Volleyball
Auch in der Schweizer Sportwelt gab es einen wichtigen Moment: Der Schweizer Profi-Volleyballer Leo Diller machte öffentlich, dass er schwul ist.
Gerade im Spitzensport, wo heteronormative Rollenbilder noch immer stark präsent sind, bleibt jedes Coming-out eines aktiven Athleten relevant. Es geht dabei nicht nur um eine persönliche Geschichte. Sichtbarkeit verändert, was sich junge queere Sportler für ihr eigenes Leben überhaupt vorstellen können.
Ein kleiner Satz kann deshalb eine ziemlich grosse Wirkung haben.
7. Texas darf Drag nicht einfach verbieten
Auch politisch gab es im August einen wichtigen queeren Moment: Ein texanisches Gesetz, das Drag-Shows an Orten verbieten sollte, an denen sich Minderjährige aufhalten könnten, wurde erneut von einem Gericht gestoppt. Damit bleibt die Auseinandersetzung um Drag, queere Sichtbarkeit und die Grenzen staatlicher Eingriffe in den USA hochaktuell.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie politisch Drag geworden ist – und warum Bühnen, auf denen queere Menschen einfach sichtbar sein können, längst mehr sind als reine Unterhaltung. Während Drag in vielen Teilen der Welt gefeiert wird, wird weiterhin darum gekämpft, wer überhaupt auftreten darf und wer zuschauen darf.
8. «Heated Rivalry» bekommt Verstärkung
Als hätte die erste Staffel von «Heated Rivalry» nicht schon genug Menschen dazu gebracht, plötzlich ernsthaft über Eishockey zu sprechen, wird die zweite Staffel noch grösser.
Neu dabei sind unter anderem Justice Smith und Charlie Gillespie als Harris und Troy. Auch Edvin Ryding, Emily Hampshire, Robert Naylor und weitere Darsteller stossen zum Cast.
Die zweite Staffel soll im Frühling 2027 starten und erweitert die Geschichte rund um Shane und Ilya um neue Figuren und Beziehungen. Kurz gesagt: noch mehr Hockey, noch mehr Gefühle und ziemlich sicher noch mehr Internet-Posts, die mit «I am normal about this» beginnen und das Gegenteil beweisen.
9. Michael Rauchenstein ist nicht mehr Single
Auch bei Michael Rauchenstein gibt es Neuigkeiten aus dem Liebesleben. Der Schweizer Moderator ist mit Floriano zusammen – und damit offiziell nicht mehr auf dem Single-Markt.
Viel ist über die beiden bisher nicht bekannt. Aber die gemeinsamen Auftritte und Posts haben gereicht, um die neue Beziehung zum kleinen Schweizer Queer-Gossip-Moment des Monats zu machen.
10. Tim Curry: Abschied von einer queeren Ikone
Mit Tim Curry ist im August eine der schillerndsten Figuren der queeren Popgeschichte gestorben. Als Frank-N-Furter in «The Rocky Horror Picture Show» wurde Curry zur Ikone für Generationen, die sich zwischen Glamour, Gender-Spiel und gesellschaftlichen Erwartungen ihren eigenen Weg suchten.
Sein Vermächtnis ist deshalb grösser als eine Filmrolle: Frank-N-Furter zeigte, dass Anderssein nicht versteckt werden muss – es kann verdammt glamourös sein.
Hauptbild Credits: Eva Bronzini (Pexels), Troye Sivan via Instagram, Rob Jetten Official Press Photo, Tim Curry Press, Michael Rauchenstein via Instagram, Adults S2 FX/Hulu, Strange River Trailer via YouTube
