Unter dem Motto «Protect Queer Youth – Zugang schafft Zukunft» demonstrierten am Samstag Zehntausende Menschen in Zürich. Gestartet wurde am frühen Nachmittag zwischen Bahnhofplatz und Uraniastrasse. Von dort zog die Pride weiter Richtung See bis zum Hafendamm Enge. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren Regenbogenfahnen, Fächer, Schirme und viel Glitzer zu sehen. Die Demo war in diesem Jahr noch stärker als sonst der Mittelpunkt der Zurich Pride, weil das zweitägige Festival aus finanziellen Gründen ausfiel.
«Ihr gehört ins Herz von Zürich»
Zum Auftakt sprach der neue Stadtpräsident Raphael Golta zur Menge. «Ihr gehört ins Herz von Zürich», sagte er. Auch der Ort passte zu diesem Satz: Die Bahnhofstrasse war für einmal nicht nur Einkaufsmeile, sondern Bühne für eine politische Forderung.
Golta sagte weiter: «Ihr habt Grund, glücklich zu sein. Aber ihr habt auch allen Grund, wütend zu sein.» Er verwies auf Angriffe auf queere Rechte in verschiedenen Teilen der Welt und kritisierte unter anderem die politische Entwicklung in den USA.
Queere Jugendliche im Zentrum
Das Motto der diesjährigen Pride richtete den Blick auf queere Jugendliche. Die Organisator fordern für sie Zugang zu sicheren Räumen, Unterstützung, Information und diskriminierungsfreier Gesundheitsversorgung.
Damit ging es an der Demo nicht nur um Sichtbarkeit, sondern um sehr konkrete Fragen: Wer bekommt Beratung? Wer findet Unterstützung im Schulalltag? Wer hat Zugang zu medizinischer Versorgung, ohne sich rechtfertigen zu müssen?
Campino in der Menge
Unter den Teilnehmenden war auch Campino, Sänger der Toten Hosen. Die Band spielte am Abend im Letzigrund, vorher mischte sich Campino bei der Pride unter die Menschen. Auf Instagram schrieb er dazu: «Vorglühen bei der Pride.»
Auch die frühere Stadtpräsidentin Corine Mauch und der frühere SP-Stadtrat André Odermatt liefen mit. Dass politische Prominenz dabei war, war an diesem Samstag aber nur ein Teil der Geschichte. Wichtiger war das Bild selbst: Zehntausende Menschen auf der Bahnhofstrasse, bei Hitze, ohne Festival im Rücken, aber mit einer starken Botschaft.
