Die Polizei führte grosse Razzien durch und die verhafteten Männer wurden zwangsgetestet. Das Vorgehen, das sich vor allem gegen «Stricher», also männliche Sexworker richtete, drängte die ganze Szene in den Untergrund. Die gefährdete Gruppe konnte so nicht mit Präventionsinformationen erreicht werden.
Ganz anders reagierte Basel auf die Gefährdung. Zum ersten Mal in der Schweiz arbeiteten öffentliche Stellen Hand in Hand mit Vertretern der schwulen Community. Der Club Isola führte zusammen mit dem Stadtarzt und der dermatologischen Universitätsklinik Basel die «Aktion S» durch. Verbreitet wurde diese Aktion durch ein Info-Blatt, das der Zeitschrift «Der Kreis» beigelegt war. Ziel waren einwandfreie Informationen über die Krankheit.
1967 war die Wirkung der zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen greifbar: In Basel gab es praktisch keine Neuansteckungen mehr. In Zürich hingegen war die Rate unverändert geblieben, bei hoher Dunkelziffer.
Das Basler Vorgehen kann auch als Grundlage gesehen werden für die liberale Aids-Politik der Schweiz in den 1980er Jahren.
Weitere Informationen über den Umgang mit Syphilis in Basel und Zürich gibt es auf schwulengeschichte.ch
