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Marvel wird queerer: Ruaridh Mollica bringt bisexuelle Sichtbarkeit ins Superhelden-Universum

Film

Sebastian 2024 | Prime Video
Ein bisexueller Schauspieler spielt einen bisexuellen Marvel-Helden: Mit Ruaridh Mollica bekommt «VisionQuest» nicht nur ein neues Gesicht, sondern auch eine queere Perspektive, die für viele Fans mehr bedeutet als blosse Repräsentation.

Vom queeren Film ins Marvel-Universum

Marvel wird ein bisschen queerer – und Ruaridh Mollica ist mittendrin. Der schottisch-italienische Schauspieler übernimmt in der neuen Disney+-Serie «VisionQuest» die Rolle des erwachsenen Tommy Maximoff, Sohn von Wanda Maximoff und Vision. Das Besondere daran: Mollica ist selbst bisexuell und kann damit eine persönliche Perspektive in seine Rolle einbringen.

Für den Schauspieler ist diese Besetzung mehr als nur ein Karriereschritt. In einem Interview mit Variety bezeichnete er es als grosse Ehre, eine bisexuelle Figur im Marvel Cinematic Universe zu spielen. Er fühle sich dadurch selbst gesehen. Gerade in einem riesigen Franchise wie Marvel ist das ein wichtiges Signal: Queere Figuren müssen nicht länger nur am Rand auftauchen, sondern können Teil der grossen Geschichten sein.

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Bisexuell – unabhängig davon, wen man datet

In «VisionQuest» entwickelt Tommy eine flirtende Dynamik mit Lisa Molinari, gespielt von Lauren Morais. Dass die Figur dabei mit einer Frau flirtet, steht für Mollica nicht im Widerspruch zu ihrer Bisexualität. Im Gegenteil: Für ihn zeigt genau das, wie wichtig es ist, bisexuelle Identitäten differenziert darzustellen.

Bisexualität lässt sich schliesslich nicht allein daran festmachen, mit wem jemand gerade zusammen ist. Sie beschreibt eine sexuelle Orientierung – und verschwindet nicht, nur weil eine Person eine Beziehung mit einem bestimmten Geschlecht führt. Mollica hofft, dass seine eigene Identität und Erfahrung dazu beitragen, dass sich mehr Menschen in seiner Figur wiedererkennen.

Auch auf der Leinwand ist Tommy nicht allein mit seiner queeren Geschichte: Sein Zwillingsbruder Billy ist schwul und wird von Joe Locke gespielt, der ebenfalls queer ist. Damit stehen in der Marvel-Serie gleich zwei Figuren im Zentrum, deren Geschichten queere Fans besonders ansprechen dürften.

Mehr als ein hübsches Gesicht

Mollica bringt bereits Erfahrung mit queeren Geschichten mit. Im Film «Sebastian» von 2024 spielte er Max Williamson, einen jungen Schriftsteller, der nebenbei als Sexarbeiter unter dem Namen Sebastian arbeitet. Seine Leistung brachte ihm eine Nominierung bei den British Independent Film Awards ein.

Auch persönlich beschreibt Mollica sein Coming-out als einen Prozess, der sich mit seinem Umzug von Edinburgh nach London weiterentwickelte. Dort fand er mehr Raum, seine Anziehung zu Männern zu entdecken und seine queere Identität zu leben. Obwohl er sich als bisexuell bezeichnet, bevorzugt er im Alltag häufig den Begriff «queer».

Sein Weg vom Independent-Kino in eine der bekanntesten Filmwelten der Gegenwart zeigt, wie queere Geschichten zunehmend auch im Mainstream ihren Platz finden. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass eine Figur queer ist, sondern auch, wer sie verkörpert und welche Perspektiven dadurch sichtbar werden.

Mit «VisionQuest» erhält Mollica nun eine deutlich grössere Bühne. Ob seine Rolle künftig noch stärker auf Tommys Bisexualität eingehen wird, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt macht seine Besetzung deutlich: Sichtbarkeit bedeutet auch, dass queere Menschen sich in Geschichten wiederfinden können, die Millionen von Menschen erreichen.

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Andreas Koch

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Veröffentlicht:

24.10.2026

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