Das sind die Highlights des Pink Apple 2026
Vom 28. April an verwandelt sich Zürich für zehn Tage in ein Schaufenster des queeren Weltkinos. Das Pink Apple zeigt in seiner 29. Ausgabe 90 Filme aus 25 Ländern. Tickets gibt es ab dem 17. April.
Aus rund 600 eingereichten Filmen hat das Programmteam 49 Lang- und 30 Kurzfilme ausgewählt, 28 davon als Schweizer Premiere. Zürich steht von 28. April bis 7. Mai im Mittelpunkt, mit Spielorten im Riffraff, im Arthouse Le Paris und im Filmpodium. Das Festivalzentrum befindet sich im Gleis, direkt neben dem Regenbogenhaus. Danach zieht das Festival weiter nach Frauenfeld, wo es vom 8. bis 10. Mai im Kino Luna und im Kulturlokal KAFF ein eigenes Programm bespielt, das sich sehen lassen kann.
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Mehr InformationenEröffnet wird in Zürich mit «Der Heimatlose» von Kai Stänicke, einem deutschen Drama über einen Mann, den seine abgelegene Nordseeinsel-Gemeinschaft nach 14 Jahren nicht mehr wiedererkennen will. Der Film feiert am Pink Apple internationale Premiere und wurde an der diesjährigen Berlinale mit dem Teddy Jury Award ausgezeichnet. Regisseur Stänicke ist persönlich anwesend. Auch die beiden anderen Teddy-Gewinner der Berlinale 2026 sind am Pink Apple zu sehen: «Barbara Forever», Brydie O’Connors schillerndes Langfilmdebüt über die Queer-Cinema-Pionierin Barbara Hammer, sowie «Iván & Hadoum», eine moderne Liebesgeschichte aus einem Gemüsebetrieb in Südspanien. Beide als Schweizer Premieren.
Monika Treut und ein neuer Preis
Den Ehrenpreis des Festivals, den Golden Apple 2026, erhält Monika Treut. Die deutsche Regisseurin prägte seit den 1980er Jahren das queerfeministische Kino, ging 1989 nach New York und gab dem New Queer Cinema entscheidende Impulse. Am 6. Mai spricht sie im Filmpodium über ihre Arbeit, anschliessend läuft die Vorpremiere ihres neusten Dokumentarfilms «Cooking Up Democracy» über die aktivistische Szene in Taiwan. Neu verliehen wird in diesem Jahr auch der Milchjugend Award: Eine Jugendjury aus kürt aus den acht Wettbewerbsfilmen ihren Favoriten. Die Bekanntgabe findet am 3. Mai im Bistro Riffraff statt.
Zu den weiteren Filmhighlights zählt «Jimpa» von Sophie Hyde, der als Schweizer Premiere läuft. Olivia Colman und John Lithgow spielen Tochter und Vater in dieser warm-ironischen Familiengeschichte, die in Amsterdam spielt: Eine australische Filmemacherin reist mit ihrem nicht-binären Teenager zu ihrem schwulen, alternden Vater, der dort sein Leben gelebt hat. Der Film ist semi-autobiografisch, Hyde hat ihn nach dem Tod ihres eigenen Vaters entwickelt, und ihr echtes Kind Aud Mason-Hyde spielt die Teenager-Rolle. Beim Sundance Film Festival 2025 gefeiert, ist «Jimpa» der Beweis, dass queere Familiengeschichten auch mit Starbesetzung funktionieren. «Fatherhood» wiederum, ein norwegischer Dokumentarfilm, begleitet ein schwules Throuple, das sein erstes Kind erwartet, wobei Kristopher als erster trans Mann in Norwegen ein Kind gebärt. Und «Folichonneries», eine sexpositive kanadische Komödie über ein Paar, das nach 16 Jahren Ehe seine Beziehung öffnet, läuft als Vorpremiere mit Stargast.
Dancefloor, Poly, Behinderung
Das Rahmenprogramm dreht sich in diesem Jahr um drei Schwerpunkte: nicht-monogame Beziehungsformen, queere Klubkultur im Wandel der Zeit und Queerness und Behinderung. Zu jedem Thema gibt es Podiumsdiskussionen und Sondervorführungen, mehrere davon mit Gebärdensprachübersetzung und freiem Eintritt. Gefeiert wird, wie immer, im Heaven und an der Heldenbar im Provitreff. Wer das Festival in der Ostschweiz erleben möchte: Auch Frauenfeld bekommt sein Podium, nämlich zur queeren Kultur im Thurgau damals und heute, gefolgt von der Pink Pony Club Party im KAFF.
Tickets für alle Vorstellungen sind ab dem 17. April über pinkapple.ch erhältlich.

Maurice Müller
Online Redakteur
DISPLAY Magazin
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