In «Off Campus», der neuen Prime-Video-Serie nach den Romanen von Elle Kennedy, stürmt Hannah Wells in die Kabine des Eishockeyteams. Eigentlich sucht sie Garrett Graham, ihren Ex-Freund. Stattdessen steht sie plötzlich vor einer Gruppe nackter Männer.
Die Szene ist kurz, aber sie hat gereicht, damit im Netz sofort die naheliegende Frage gestellt wurde: echt oder Prothese?
@notskinnybutnotfat Ella Bright is on the pod!! #ellabright #offcampus #nsbnf #podcastclips #offcampusseries ♬ original sound - Amanda Hirsch
Die Antwort kam von Ella Bright selbst. Im Podcast «Not Skinny But Not Fat» fragte Moderatorin Amanda Hirsch ziemlich direkt, ob die «100 Penisse» in der Szene echt gewesen seien. Bright antwortete ebenso direkt: «Oh yeah. Oh yeah.»
Casting ja, Prothesen nein
Ganz unvorbereitet standen die Männer natürlich nicht am Set. Bright erklärte, dass es für die Szene eine Casting-Ausschreibung gab für Männer, die bereit waren, vollständig nackt vor der Kamera zu stehen. Also: Casting ja, Prothesen nein.
Interessant ist daran nicht nur die Szene selbst, sondern wie offen inzwischen über solche Drehs gesprochen wird. Wer was zeigt, wird nicht einfach am Drehtag entschieden. Rollen haben unterschiedliche Nacktheitslevel. Verträge, Gespräche und Intimacy Coordinators gehören heute bei solchen Produktionen dazu.
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Mehr InformationenBright erklärte auch, warum ihre Figur Hannah in den Sexszenen weniger nackt zu sehen ist als Allie, gespielt von Mika Abdalla. Das sei von Anfang an so vorgesehen gewesen. Hannah bleibt eher teilweise bedeckt, Allie geht freier mit ihrem Körper um. Für die Serie ist das Teil der Figurenzeichnung.
Heisst: Die Umkleideszene ist nicht einfach ein zufälliger Schockmoment. Sie ist geplant. Und ja, vermutlich auch sehr bewusst so platziert, dass darüber gesprochen wird.
Cooper Koch kennt die Frage
«Off Campus» ist nicht der erste Fall, bei dem das Publikum nach der Prothese fragt. 2024 wurde Cooper Koch in «Monsters: The Lyle and Erik Menendez Story» in einer Duschszene frontal nackt gezeigt. Danach wollte natürlich auch da jeder wissen, ob Netflix nachgeholfen hatte.
Bei «Watch What Happens Live» mit Andy Cohen stellte Koch klar: «Mine was not a prosthetic.» Cohen gratulierte ihm daraufhin zu seiner Ausstattung. Koch lächelte und antwortete: «Well hung.»
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Mehr InformationenMännliche Nacktheit wird normaler
Männliche Nacktheit im Film und Fernsehen hatte lange eine Sonderstellung. Frauenkörper wurden über Jahrzehnte viel selbstverständlicher gezeigt. Bei Männern wurde häufiger weggeschnitten, verdeckt, angedeutet oder gleich eine Prothese verwendet.
Das bekannteste Beispiel bleibt Mark Wahlbergs Kunstpenis in «Boogie Nights». Ein Stück Filmgeschichte aus Latex.
Heute wirkt die Sache etwas entspannter. Nicht, weil echte Nacktheit automatisch besser wäre. Sondern weil Produktionen offener darüber sprechen, was gezeigt wird und unter welchen Bedingungen. Für Schauspielerinnen und Schauspieler ist das entscheidend. Für das Publikum offenbar auch. Sonst würde die Frage nach echt oder Prothese nicht jedes Mal wieder so zuverlässig auftauchen.
Und ja, es darf trotzdem Spass machen
Man kann sagen: «Off Campus» weiss sehr genau, was es tut.
Die Serie ist eine Hockey-Romanze. Sie will sexy sein. Sie will, dass Menschen pausieren, zurückspulen und ihren Gruppenchat bemühen. Und offenbar funktioniert das ziemlich gut.
«Off Campus» ist auf Prime Video verfügbar. «Monsters: The Lyle and Erik Menendez Story» läuft auf Netflix.
