Ein Schüler der MPS Schwyz war wiederholt homophoben Anfeindungen ausgesetzt. An einem Schulfest bedrängte ihn laut «Bote der Urschweiz» eine Gruppe Schüler, fragte nach seiner Handynummer, verlangte Nacktbilder und stellte detaillierte Fragen zu seinem Sexleben mit seinem Freund.
Einer der Jugendlichen soll ihn am Arm berührt und an sich gezogen haben. Danach habe der Betroffene stark gezittert und befürchtet, in Ohnmacht zu fallen.
Eskalation am Sportfest
Wenige Tage später kam es beim Sportfest zu einem weiteren Vorfall. Als der Schüler mit Freund zum Treffpunkt lief, hätten sich rund 100 Schüler auf der Tribüne auf sie konzentriert. «Praktisch alle Schülerinnen und Schüler auf der Tribüne standen auf und schrien uns ‹Gay, Gay, Gay› zu», sagte der Schüler gegenüber dem «Boten der Urschweiz».
Auch eine offene Wasserflasche und ein Gipfeli sollen nach ihnen geworfen worden sein. Der Betroffene berichtet zudem von wiederholten Beschimpfungen als «Schwuchtel» und von Sätzen wie: «Du sollst verrecken» und «Du sollst dich aufhängen.» Das gehe einem nicht einfach wieder aus dem Kopf, sagte er.
Gemäss Bericht wurden auch weitere Schüler und eine Lehrperson von der Tribüne aus beleidigt.
Die Schule kündigt Massnahmen an
Die Vorfälle wurden Lehrpersonen gemeldet. Die Schule identifizierte die Beteiligten und informierte deren Eltern. In einem Schreiben an alle Eltern hielt die Schule laut Blick fest, die Situation sei von den Betroffenen als bedrohlich erlebt worden und habe bei mehreren Personen Angst und Verunsicherung ausgelöst.
Noch vor den Sommerferien sollen in allen Klassen Sensibilisierungsmassnahmen durchgeführt werden. Die betroffenen Schüler werden zudem von der Schulsozialarbeit begleitet.
Warum der Fall wichtig ist
Der Fall zeigt, wie schnell aus homophoben Sprüchen eine bedrohliche Situation werden kann. Besonders an einer Schule, wo Jugendliche einander nicht einfach ausweichen können.
Das Motto der Zurich Pride 2026 lautete «Protect Queer Youth – Zugang schafft Zukunft». In Schwyz zeigt sich, wie konkret dieser Satz im Alltag werden kann. Queere Jugendliche brauchen Schulen, die hinschauen, eingreifen und Schutz nicht erst dann organisieren, wenn schon etwas passiert ist.
Die MPS Schwyz hat reagiert. Entscheidend ist nun, ob die angekündigten Massnahmen auch längerfristig etwas verändern.
