Die Marquesas-Inseln sind bekannt für ihre schroffe Landschaft, ihre reiche Kultur und faszinierende Geschichte. Als Teil Französisch-Polynesiens sind sie ein ideales Reiseziel für Abenteurer, die abseits der üblichen Pfade reisen möchten. DISPLAY hat sich auf dieser abgelegenen Perle im Südpazifik auf Entdeckungstour begeben.
Die Reise zu den Marquesas ist nichts für Eilige: Ein Flug von Tahiti bringt dich in das Herz dieser Inselgruppe, die aus zwölf Inseln besteht, von denen nur sechs bewohnt sind. Der Landeanflug auf Nuku Hiva, die grösste Insel, beeindruckt mit dem Blick auf die zerklüftete Küste und die grünen, pinienbewachsenen Berge. Hier erwartet dich kein Luxus, sondern pure Natur und die Authentizität Französisch-Polynesiens.
Die Marquesas werden als «Inseln der Männer» bezeichnet. Dies ist auf die historische Bedeutung der Männer in der traditionellen polynesischen Gesellschaft zurückzuführen, in der sie zentrale Rollen in Ritualen und sozialen Strukturen innehatten. Die Einheimischen sind stolz auf ihre polynesischen Traditionen, die sich in Kunst, Musik und Tanz widerspiegeln. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung finden die Menschen zurück zu ihren Wurzeln. Tattoos, die vor allem Männer tragen, sind allgegenwärtig und erzählen Lebensgeschichten — wie bei Maui, einem 20-jährigen Guide, dessen Körper mit traditionellen Tattoos bedeckt ist, die Geschichten seiner Vorfahren erzählen.

Jede bewohnte Insel hat ihren eigenen Charakter. Nuku Hiva, das wirtschaftliche Zentrum, bietet Wanderungen durch dichte Regenwälder zu Wasserfällen und alten Tikis – den steinernen Gottheiten der Polynesier. Eine Wanderung zum abgelegenen Anaho-Tal, das nur zu Fuss oder mit dem Boot erreichbar ist, belohnt mit einem unberührten Strand und kristallklarem Wasser.
Die Tikis von Hiva Oa

Auf Hiva Oa, der zweitgrössten Insel, befindet sich das Grab des berühmten Malers Paul Gauguin, der hier seine letzten Jahre verbrachte. Die Insel beherbergt auch die grössten Tikis im gesamten Pazifik. Besonders beeindruckend ist der Tiki Makai im archäologischen Komplex von Puamau, der als der grösste Tiki ausserhalb der Osterinseln gilt. Diese uralten Steinfiguren, die oft Götter oder mythische Ahnen darstellen, strahlen eine besondere, geheimnisvolle Aura aus — und aufgepasst: nicht respektlos behandeln! Denn nicht jeder Tiki bringt Glück, einige der Stätten sind verflucht.
Die Marquesaner*innen sind bekannt für ihre herzliche Gastfreundschaft. Homestays und kleine Pensionen bieten nicht nur Unterkunft, sondern auch tiefe Einblicke in das tägliche Leben der Inselbewohner. Auch wenn die Inseln keine LGBTQ+-Szene haben, sorgt die entspannte und inklusive Haltung dafür, dass sie ein sicheres und einladendes Reiseziel sind. In der rauen Schönheit der Marquesas bist du nicht nur Reisender, sondern Teil einer lebendigen Tradition, die über Generationen hinweg besteht.


Eine Reportage von Carlo Crameri und Raphael Hadad







