Eine trans Frau und ein schwuler Mann prägen Brasiliens Arbeitsrechtsrevolution

Politik

Bild: Reproduktion Erika Hilton via Instagram
Erika Hilton und Rick Azevedo kämpfen in Brasilien gegen die 6-Tage-Arbeitswoche. Nach einem historischen Votum im Senat rückt das Ende des Modells mit sechs Arbeitstagen und nur einem freien Tag näher.

Ein historischer Erfolg für mehr Lebensqualität

Sechs Tage arbeiten, nur einen Tag frei: Für Millionen Menschen in Brasilien könnte dieses Arbeitsmodell bald Geschichte sein. Am 14. Oktober 2026 hat der brasilianische Senat eine Verfassungsänderung zur Abschaffung der sogenannten 6×1-Arbeitswoche mit überwältigender Mehrheit angenommen. Künftig sollen Beschäftigte schrittweise auf eine 40-Stunden-Woche mit zwei bezahlten Ruhetagen kommen – ohne Lohneinbussen.

Zwei queere Persönlichkeiten stehen besonders für den politischen und gesellschaftlichen Druck hinter diesem Wandel: die trans Abgeordnete Erika Hilton und Rick Azevedo, schwul und als Aktivist für das Ende der 6×1-Woche bekannt. Hilton brachte das Thema im Parlament voran, während Azevedo mit seiner Mobilisierung der Arbeitnehmenden landesweit Aufmerksamkeit gewann. Bei der historischen Abstimmung würdigte der Senator Paulo Paim ihren Einsatz öffentlich und bat das Parlament um Applaus für beide.

Der Erfolg ist mehr als eine arbeitsrechtliche Reform. Er zeigt, wie queere Menschen politische Debatten prägen und Veränderungen vorantreiben, die weit über die eigene LGBTQ+-Community hinausreichen. Denn mehr Freizeit bedeutet auch mehr Raum für Beziehungen, Kultur, Erholung und ein Leben jenseits der Arbeit. Die Reform muss nun noch offiziell verkündet werden, bevor die schrittweise Umsetzung beginnt.

Andreas Koch

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Veröffentlicht:

17.10.2026

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