Am Freitagabend, 2. Oktober, lud der Verein Network zum 37. Clubdinner ins Bellevue Palace Bern. Gast des Abends: Top-Diplomat Jürg Lauber. SRF-Moderator Michael Rauchenstein führte sehr gut durch das Gespräch.
Lauber ist seit April 2026 Vizepräsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf. Zuvor leitete er die Ständige Mission der Schweiz in Genf und hatte den Vorsitz im UNO-Menschenrechtsrat. Die NZZ nannte ihn «Mister Multilateralismus».
Gerade jetzt
Das Fazit des Abends: In dieser unsicheren Weltlage ist es wichtig, dass jeder Einzelne in seinem Wirkungskreis positive Akzente setzt – und dort aktiv wird, wo es ihm möglich ist.
Reden, Diplomatie – das zählt gerade jetzt. Und in der Diplomatie sind die informellen Gespräche sehr wichtig.
Die heutige Generation hat vergessen, welches Leid im letzten Jahrhundert geschehen ist. Ein Gedanke, der auch im DISPLAY-Interview anklingt: «Es macht mich fassungslos zu beobachten, wie wir die Lehren und Ambitionen aus den grossen Katastrophen des frühen 20. Jahrhunderts über Bord werfen: die Freiheit und Würde jeder und jedes Einzelnen», sagt Lauber dort.
Aufeinander zugehen, auch wenn es schwierig ist – vielleicht lässt sich so etwas erreichen, oder es ergibt sich ein anderer Blickwinkel.
IKRK und EDA
Das IKRK verhandelt auf höchster politischer Ebene und geniesst weltweit ein sehr grosses Ansehen. Wie gross die Aufgabe ist, zeigt eine Zahl aus dem Interview: «Das IKRK zählt heute weltweit mehr als 130 bewaffnete Konflikte – doppelt so viele wie vor 15 Jahren.»
Für die Community gab es an diesem Abend eine gute Nachricht: Das EDA ist im Umgang mit ihr sehr grosszügig und unkompliziert.
Im Heft
Wie Lauber sein Coming-out erlebte, wie er als Präsident des UNO-Menschenrechtsrats mit Kritik umging und wie er die Lage der Menschenrechte einschätzt: im Interview «Der Mann für heikle Fälle» von Beat A. Stephan, DISPLAY 10/2026 ab Seite 16.
DISPLAY war Medienpartner des Abends.
Network – Gay Leadership
Network beschreibt sich als «Zusammenschluss schwuler und bisexueller Männer*, die mit ihrem Engagement Verantwortung übernehmen». Der Verein wurde 1996 gegründet, hat 600 Mitglieder und 8 Regionalgruppen von Basel bis ins Tessin. Er vergibt den Prix network und führt einen Solidaritätsfonds.
Die Network-Dinners heissen Clubdinner, weil sie ursprünglich im Zürcher Baur au Lac Club stattfanden. Auf der Liste der geladenen Gäste stehen Namen wie Klaus Wowereit, Pierre Bergé, Curdin Orlik, Not Vital, Rosa von Praunheim, Alfred Biolek, Tyler Brûlé und Claude Janiak.






