Nach seinem Teamkollegen: Jetzt outet sich auch Reon Arao

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(Bild: Instagram via reon.vb_0501)
Erst Rui Takahashi, wenige Stunden später Reon Arao: Zwei Coming-outs erschüttern gerade die gewohnte Stille im japanischen Männer-Profivolleyball.

Im japanischen Profivolleyball folgt gerade ein Coming-out auf das nächste. Nur wenige Stunden nachdem sich Rui Takahashi öffentlich als schwul geoutet hat, spricht auch Reon Arao über seine LGBTQ+-Identität.

Der 25-jährige Libero von Voreas Hokkaido bezeichnet sich derzeit am ehesten als «Q» – für Questioning. Ein festes Label steht für ihn dabei nicht im Vordergrund. Viel wichtiger scheint ihm die Freiheit, seine Gefühle nicht in eine Schublade pressen zu müssen.

Arao erzählt, dass er schon lange Geschlechterrollen hinterfragt. Ob jemand männlich oder weiblich ist, habe für seine Wahrnehmung von Menschen nie eine klare Grenze dargestellt. Er fühle sich zudem mit unterschiedlichen Formen von Ausdruck und Kleidung wohl und wolle sich nicht danach richten, was von einem Mann vermeintlich erwartet wird.

Über seine Sexualität öffentlich zu sprechen, fiel ihm trotzdem nicht leicht. Ein Coming-out habe sich lange wie eine grosse Hürde angefühlt. Dann machte Takahashi den Schritt – und veränderte damit auch Araos Perspektive.

Takahashis Offenheit habe ihm den Mut gegeben, seine eigene Geschichte zu erzählen. So wurde aus einem Coming-out innerhalb kürzester Zeit ein zweites.

Gerade deshalb ist Araos Geschichte mehr als nur eine weitere Coming-out-Meldung aus der Welt des Sports. Sie zeigt, welchen Unterschied Sichtbarkeit machen kann. Wer sich öffentlich zeigt, kann damit anderen signalisieren: Du bist nicht allein. Und du musst auch nicht bereits auf jede Frage eine Antwort haben.

Im japanischen Männer-Profisport sind offen queere Athleten weiterhin selten. Dass nun zwei Volleyballprofis innerhalb weniger Stunden über ihre Identität sprechen, ist deshalb ein bemerkenswerter Moment.

Arao hat für sich noch nicht alle Antworten gefunden. Aber vielleicht muss er das auch gar nicht. Manchmal beginnt Sichtbarkeit genau dort, wo die Gewissheit aufhört.

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Veröffentlicht:

01.10.2026

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