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Russland: Das LGBTQ+ Network gibt auf

Politik

Bild: Vika Glitter | Pexels
Zwanzig Jahre lang schützte das Russian LGBT Network queere Menschen in Russland. Jetzt stellt die Organisation ihre Arbeit ein – aus Verantwortung, nicht aus Resignation.

Ausgerechnet jetzt, wo die Repression gegen die russische LGBTI+ Community einen neuen Höhepunkt erreicht, verstummt eine ihrer wichtigsten Stimmen. Das Netzwerk teilte via Telegram mit, sämtliche öffentliche Aktivitäten zu beenden. Für den Kreml ist das ein weiterer Etappensieg im Kampf gegen queere Sichtbarkeit.

Im April stufte ein Gericht in St. Petersburg das Netzwerk auf Antrag des Justizministeriums als „extremistisch“ ein – gestützt auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2023, das die „internationale LGBT-Bewegung“ pauschal zur extremistischen Organisation erklärte. Seither reicht Behörden oft schon eine lose Verbindung zur Community, um strafrechtlich vorzugehen.

Das Netzwerk ist kein Einzelfall: Allein zwischen März und Mai 2026 wurden laut Human Rights Watch mindestens neun queere Organisationen in Russland verboten, darunter die Beratungsstelle Wychod. Auch die Newsseite Parni+ arbeitet inzwischen nur noch aus dem Exil.

Ein Weiterbestehen, so die Verantwortlichen, würde Mitarbeitende, Unterstützende und Hilfesuchende zusätzlich gefährden. Die Sicherheit der Menschen stehe über dem Fortbestand der Organisation.

Gegründet 2006, wurde das Netzwerk vor allem durch seine Fluchthilfe für queere Menschen aus Tschetschenien bekannt. Nun endet diese Geschichte – in einem Land, in dem queeres Leben zunehmend nur noch im Verborgenen möglich ist.

Andreas Koch

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Veröffentlicht:

21.08.2026

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