Heartstopper wird erwachsen – und endlich auch etwas heisser

Film

Bild: UKinUSA from Washington, D.C., USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Vier Jahre lang stand Heartstopper für erste Liebe, Coming-out und queere Sichtbarkeit. Mit Heartstopper Forever verabschiedet sich die Netflix-Erfolgsserie nun von Nick und Charlie – reifer, ehrlicher und mit deutlich mehr Intimität. Doch der Abschlussfilm erzählt weit mehr als nur die nächste Stufe ihrer Beziehung.

An diesem Freitag, dem 17. Juli, heisst es Abschied nehmen von Heartstopper: Mit der Veröffentlichung von Heartstopper Forever, dem Film, der die Geschichte der die dreistaffeligen Netflix Serie abschliesst. Diese Figuren haben der jüngeren Generation eine klare Botschaft mit auf den Weg gegeben:

«Es ist okay, so zu sein, wie man ist – und das zu feiern.»

Die Serie geht weit über zwei Teenagers, die sich ineinander verlieben, hinaus – und genau deshalb lieben wir sie so sehr. Sie beleuchtet Trans-Identitäten, familiäre Akzeptanz und Ablehnung, Asexualität, das Coming-out, Mobbing und leistet ausserdem hervorragende Arbeit im Umgang mit psychische Gesundheitsthemen.

Was uns in Heartstopper Forever erwartet

Mehr Sex!

Es sind vier Jahre vergangen, seit die erste Staffel von Heartstopper bei Netflix Premiere feierte – und in dieser Zeit sind nicht nur die Schauspielerinnen und Schauspieler erwachsen geworden, sondern auch die Figuren selbst. Die zunehmenden sexuellen Inhalte in der Serie sind dabei keine Abkehr von ihren ursprünglichen Werten – nein, es ist nicht Heated Rivalry –, sondern vielmehr ein natürlicher Reifeprozess, der aufgrund des Alters der Figuren und im Einklang mit dem ebenfalls reifenden Publikum stattfinden musste.

«Es gibt deutlich mehr Sex. Es wäre seltsam gewesen, das nicht zu zeigen», sagte Joe Locke gegenüber dem The Guardian über Heartstopper Forever. «Am Ende des Tages fühlte es sich einfach richtig an, dass diese beiden Jungs, die wirklich voneinander angezogen sind, in diesem Alter wahrscheinlich auch schon miteinander schlafen würden», ergänzte Kit Connor.

Während einer Filmvorführung gestand Joe Locke: «Meine Mutter sitzt hier und schaut zu, wie ich mir im Film einen blasen lasse» – es erwarten uns also definitiv einige heisse Szenen.

Beide Stars scherzten ausserdem über den Dreh dieser intimen Szenen «in einem stillen Raum voller Männer mittleren Alters» und «mit einer Kamera direkt vor dem Gesicht, während man einen Cock Sock trägt».

Jede und jeder bekommt einen Abschied

Auch wenn ein Film weniger Zeit für Nebenhandlungen lässt als eine achtteilige Staffel, bestätigte Alice Oseman, die Drehbuchautorin und Schöpferin von Heartstopper, dass alle ihren Abschied bekommen werden. Sie erklärte, es sei eine echte Herausforderung gewesen, die Serie in einen Film zu verwandeln, da viele Paare und Figuren komplexe Handlungsbögen hatten. Dies habe die Produktion jedoch den Comics angenähert, die sich ebenfalls viel stärker auf Nick und Charlie konzentrieren als auf die Nebenfiguren. Oseman sagte dazu: «Wir hätten einen ähnlichen Ensemble-Ansatz wählen können, bei dem jede Figur eine kürzere, reduzierte Geschichte bekommt, oder wir konzentrieren uns auf Nick und Charlie – und ich denke, das wäre der bessere Film» (Teen Vogue).

Das bedeutet, dass wir definitiv deutlich mehr Einblick in ihre Beziehung bekommen als in jede andere. Doch sie fügte hinzu: «Ich habe dafür gesorgt, dass jede Figur im Film ihren Abschied bekommt» – hoffentlich erhalten also auch Tara und Darcy, Elle und Tao, Isaac und viele weitere geliebte Figuren ihr Ende in Heartstopper Forever.

Das berühmte Long Distance

Heartstopper Forever widmet sich dem Thema Fernbeziehung. Während Charlie in der Schule neue Unabhängigkeit findet und Nick sich auf sein Studium vorbereitet, rückt diese Realität näher, als beide es sich je vorgestellt hatten – womöglich die grösste Herausforderung, der ihre Beziehung je gegenüberstand. Für queere Menschen ist dieses Szenario keine Seltenheit: Oft fehlt das Gefühl, überhaupt eine Wahl zu haben, da nicht der gesamte «heterosexuelle Katalog» an Möglichkeiten zur Verfügung steht – was das Festhalten an der einen gefundenen Person umso wichtiger erscheinen lässt.

Alice Oseman erklärte in einem Interview für Netflix:

«Dieser Film wird erkunden, was Liebe überleben lässt, was sie stärkt oder vertieft.»

Der Film fängt diesen entscheidenden Moment ein, den viele Teenagerbeziehungen durchleben, und untersucht, ob Nick und Charlie es schaffen werden, ihre Beziehung aufrechtzuerhalten.

Das Vermächtnis von Heartstopper

Heartstopper ist ein Beweis dafür, dass sich die Zeiten ändern – dass Sichtbarkeit, das Coming-out und das Finden von Community für queere Jugendliche nicht mehr unerreichbar sind. Über viele Generationen hinweg mussten queere Menschen ihre Schulzeit im Verborgenen verbringen, ihren Selbstausdruck aufschieben und mit ansehen, wie alle ausser ihnen selbst einen Freund oder eine Freundin hatten, casual Sex und Dates hatten und ein normales Leben führten.

Heartstopper ist keine Serie, die nur für Jugendliche gemacht wurde – sie ist für die ganze Community, für all jene, die diese Erfahrungen in ihrer Jugend nicht machen konnten, und für all jene, die es jetzt endlich können.

Doch Heartstopper verabschiedet sich noch nicht ganz. Am 24. Juli erwartet uns Heartstopper: Ending on a Hi, ein Special, das einige der Köpfe und Gesichter hinter dieser herzerwärmenden Geschichte wieder zusammenbringt.

Heartstopper Forever ist ab sofort auf Netflix verfügbar.

Andreas Koch

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Veröffentlicht:

17.07.2026

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