Turbulenzen um die Regenbogen-Piste am Flughafen Bern-Belp

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Digitale Darstellung der Start- und Landebahn des Flughafens Bern-Belp in Regenbogenfarben, veröffentlicht zum Pride Month 2026.
Der Instagram-Post des Flughafens Bern-Belp mit der Regenbogen-Piste – er wurde kurz nach der Veröffentlichung auf Anordnung des Direktors wieder gelöscht. (Bild: Flughafen Bern-Belp)
Ein Social-Media-Post des Flughafens Bern-Belp zum Pride Month löste mehr aus als geplant. Das Ende: Löschung auf Anordnung von oben.

Zum Pride Month Juni postete der Flughafen Bern-Belp auf Instagram ein Bild, das die Piste in Regenbogenfarben zeigt. Dazu schrieb das Unternehmen: «Am Bern Airport fliegen wir auf Vielfalt. Egal welche Herkunft, welche Hautfarbe, wen du liebst, welche Identität. Bei uns hat jeder Mensch seinen Platz. Ihr macht unseren Flughafen erst lebendig.» Der Text schloss mit: «Flieg, wie du bist.»

Das Bild war offensichtlich digital bearbeitet – niemand hat wirklich die Landebahn angemalt. Trotzdem löste es genau das aus, was man von einem Pride-Post erwartet: Zustimmung, Kritik und viel Aufmerksamkeit.

Rund 1000 Likes sowie zahlreiche Regenbogen- und Herz-Emojis gab es auf der einen Seite. Auf der anderen: queerfeindliche Kommentare. Ein Nutzer schrieb, der Regenbogen sei ein Naturphänomen und kein politisches Statement. Ein anderer hielt das Bild für ein echtes Foto und empörte sich über die vermeintlichen Kosten.

Dann griff der Chef ein. Flughafendirektor Urs Ryf liess den Post am Mittwochmorgen löschen. Gegenüber der Berner Zeitung sagte er: «Wir wollen keine politischen Statements abgeben.» Der Social-Media-Manager habe den Beitrag ohne vorherige Absprache veröffentlicht. Konsequenzen für den Mitarbeiter habe dies nicht. Man wolle intern die Abläufe verbessern.

Flieg, wie du bist – aber nur kurz

Der Vorfall ist in seiner Kleinteiligkeit bezeichnend. Ein Regionalflughafen, ein gut gemeinter Post, ein direkter Vorgesetzter, der Neutralität über Haltung stellt. Das Bild war längst geteilt, bevor es offline ging – das Internet vergisst bekannterweise nicht.

Ob Unternehmenskommunikation zum Pride Month «politisch» ist oder schlicht menschlich, bleibt eine Frage, die in vielen Chefetagen gerade diskutiert wird. Der Flughafen Bern hat sie beantwortet. Vorerst zumindest.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

04.06.2026

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