Danny Widmer veredelt Fashion mit Rhinestones, die er einzeln anbringt. Wenn er nicht gerade tragbare Kunst designt, arbeitet der gelernte Fotograf im Architekturbüro.

DISPLAY: Danny, du veredelst Kleider und Kostüme mit Rhinestones, jeden Stein einzeln von Hand. Wie viele Steine und Stunden stecken in deinem aufwendigsten Teil?
Danny Widmer: Mein bisher aufwendigstes Stück umfasst rund 80'000 Rhinestones und weit über 300 Stunden Handarbeit. Die genaue Anzahl habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Entscheidend ist für mich nicht die Zahl der Steine, sondern die Wirkung des fertigen Kunstwerks. Jeder einzelne Stein wird von Hand gesetzt, wodurch WEARABLE ART zu einem Unikat wird, das seine eigene Geschichte erzählt.
Du bist unter anderem gelernter Fotograf und arbeitest heute im Architekturbüro. Was hast du aus diesen beiden Welten in deine Kunst mitgenommen?
Aus der Fotografie habe ich den Blick für Licht, Farben, den perfekten Ausschnitt und den richtigen Moment mitgenommen. Die Arbeit im Architekturbereich zeigt mir, wie wichtig Proportionen, Strukturen und ein durchdachtes Gesamtkonzept sind. In meinen Kunstwerken von WEARABLE ART treffen diese beiden Welten aufeinander: kreative Freiheit auf der einen Seite und präzise Planung auf der anderen.
Du sagst, deine Kunstwerke seien ein Ausgleich zum hektischen Büroalltag. Was passiert in dir, wenn du stundenlang Steine setzt?
Es ist für mich eine Form der Meditation oder des Detox. Während im Alltag alles schnelllebig und hektisch sein kann, konzentriere ich mich bei der Arbeit an meinen Kunstwerken auf jeden einzelnen Stein. Mit jedem Projekt werde ich ruhiger und fokussierter. Oft verliere ich dabei auch völlig das Zeitgefühl. Dieser kreative Prozess hilft mir, den Kopf freizubekommen und mich voll und ganz meiner Leidenschaft widmen zu können.
Von welchem Künstler lässt du dich inspirieren? Und wer sollte unbedingt ein Danny-Widmer-Piece tragen?
Mich inspirieren Designer und Künstler, die keine Angst haben, aufzufallen und «modische Grenzen» zu überschreiten. Für mich ist es wichtig, dass ich Hingabe, Leidenschaft und Liebe zum Detail spüre.
Wenn ich wählen dürfte, sollte jede Person, die nicht nur ein Kleidungsstück, sondern ein Kunstwerk besitzen möchte, ein Danny-Widmer-Piece tragen. Ein absoluter Traum wäre eine eigene WEARABLE-ART-Kollektion auf dem Laufsteg der Fashion Week Paris vor der Kulisse des Eiffelturms.
Was steckt hinter deiner Halloween-Kollektion?
Die jährliche Halloween-Kollektion für die grösste Halloweenparty der Schweiz ist für mich das aufregendste und zeitintensivste Projekt. Diese Kunstwerke sollen zeigen, wie viel Leidenschaft, Zeit und Präzision in der Handarbeit stecken. Ganz nach meinem Motto: «WEARABLE ART – with passion and heart».


Vervollständige …
- Wenn ich nicht Fotograf geworden wäre, dann: hätte ich endlich genügend Speicherplatz auf dem Handy.
- Das erste Teil, das ich je mit Steinen besetzt habe, war: eine Totenkopf-Gesichtsmaske für Halloween.
- Niemand glaubt mir, dass ich: in einem Musikvideo mitgespielt habe.
- Mein heimliches Talent ist: mich auch mit Google Maps zu verlaufen.
- Etwas, das ich ausprobiert habe und das nicht zu mir passt: eine Nacht im Tesla auf dem Campingplatz in Kroatien.
Schnellfeuer
- Letzter Song, den du beim Steine-Setzen gehört hast: «Diamonds» von Rihanna
- Farbe, mit der du am liebsten arbeitest: Silber
- Reiseziel, das dich am meisten inspiriert hat: Australien
- Drink, der dich nie enttäuscht: Wasser – gibt keinen Hangover
- Parfum: Versace Eros Flame
- Kleidungsstück, das du zu oft trägst: schwarze Lederjacken
- Lieblingsschimpfwort auf Schweizerdeutsch: «Verdammte Scheiss»
- Worauf wartest du gerade ungeduldig? Auf meinen Mann – wie immer.

Steckbrief
- Name:
- Danny Widmer
- Pronomen:
- er/ihm
- Alter:
- 36
- Sternzeichen:
- Schütze
- Wohnort:
- Lausen
- Instagram:
- dannywidmerart
- Website:
- dannywidmer.com
- Beruf:
- WEARABLE-ART-Designer / Mitarbeiter in einem Architekturbüro
- Lieblingssong:
- «Try» von P!NK
Und erst letzte Woche hat Danny an Halloween seinen eigenen Rekord gebrochen: Im neuen Kostüm stecken 122'000 Rhinestones und 400 Stunden Arbeit.
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Fotos: Rahel Hedwig Meydam, Select Fotostudio
