Alles Gute, Posh.

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Victoria Beckham wird 52. (Bild: Facebook / Victoria Beckham)

Das Lachen hat sie sich gespart. Die Karriere nicht. Victoria Beckham wird heute 52 – und wer immer noch nur an Posh Spice denkt, hat die letzten zwanzig Jahre irgendwie verpasst.

Victoria Beckham – eine Frau, die als Spice Girl begann und die lange niemand so richtig ernst nah. Sie hat nicht getanzt wie die anderen. Nicht gesungen wie die anderen. Und gelacht hat sie schon gar nicht, jedenfalls nicht öffentlich. Stattdessen hat sie ein Modelabel aufgebaut, ist damit zweimal fast bankrottgegangen, wieder aufgestanden, und zeigt heute in Paris – mit Anna Wintour in der ersten Reihe.

Victoria Beckham mit ihrem Sohn Cruz. (Bild: Facebook / VictoriaBeckham)

Bei den Spice Girls wirkte sie immer ein bisschen so, als wäre sie auf dem Weg zu einer anderen Verabredung auf die Bühne geraten. Victoria Adams, später Beckham, hat das in ihrer Netflix-Doku, die letzten Herbst erschien thematisiert: «Ich war nie die Beste», sagt sie darin, ziemlich nüchtern, fast beiläufig. Und erklärt damit nebenbei, warum sie trotzdem die Interessanteste ist.

Für schwule Männer ist Victoria Beckham eine Kategorie für sich. Wegen dem Gesicht, das jahrelang nicht lachte – bis man verstand, dass es kein Hochmut war, sondern Selbstschutz gegen eine Boulevardpresse, die sie gnadenlos zerrissen hatte. Wegen der Aussage, sie könne «wirklich nur schwule Männer lieben». Wegen David, den sie einst in Sarong und Armani-Unterwäsche steckte und damit zur grössten schwulen Ikone des Rasensports machte. Und wegen dieses einen Satzes in seiner Netflix-Doku, mit dem sie alle überrumpelt hat: «I buried my boobs in Baden-Baden.» Wer so über sich selbst reden kann, hat unsere Loyalität auf Lebzeiten verdient.

Von Posh Spice zur Modeschöpferin

2001 war die Spice-Girls-Ära vorbei. Victoria Beckham fand sich als Spielerfrau in Manchester wieder: keine echten Freunde, weit von der Familie, und der ganze Girlpower-Gestus plötzlich sehr weit weg. «In einem Moment predige ich Girlpower, im nächsten bin ich Ehefrau in einer Wohnung in Manchester», sagt sie in der Doku. 

Was danach folgte, ist eine der klügeren Neuerfindungsgeschichten des letzten Vierteljahrhunderts. 2008 lancierte sie ihr Label, ging zweimal fast pleite, gab 70000 Dollar für Pflanzen aus und nochmal 15000 für jemanden, der sie giesst. Und setzte sich trotzdem durch. Heute scheint das alles weit weg zu sein.

Für ihre Herbst-Winter-Kollektion 2026 liess sie sich von Tamara de Lempicka inspirieren – der polnischen Malerin, die in den Zwanzigerjahren in Paris lebte, Partys gab und sich um Klassenunterschiede so wenig scherte wie um Geschlechtergrenzen. Als Referenz für einen Geburtstag ist das fast zu passend: eine Frau, die mit der halben Welt auf Kriegsfuss stand und trotzdem gewann.

Cruz in der Birthday Suit

Kurz vor dem Geburtstag sorgte Sohn Cruz noch schnell für die nötige Atmosphäre. Er postete sich nackt auf Instagram – als Promo für seine neue Single «Waste Your Pain». Victoria erschien umgehend in den Kommentaren, mit einem Gif von sich selbst, Gesichtsausdruck: entsetzt. Auf der Story dazu: «Really Cruz…» Gefolgt, natürlich, von einem Link zur Single.

Man muss das mögen. Und man tut es.

Happy Birthday, Victoria.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

17.04.2026

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