Gianni Versace in Paris: Der Meister der Opulenz

Kultur

Bilder: Musee Maillol
Gianni Versace machte Mode zum Spektakel und Kitsch zur Kunst. Eine Pariser Retrospektive zeigt, wie der Designer Stil, Popkultur und queere Ästhetik für immer veränderte.

Er verwandelte alles in Mode – sogar Kitsch. Knapp 30 Jahre nach seiner Ermordung widmet sich eine Wander-ausstellung dem italienischen Modeschöpfer Gianni Versace. Kleider, Skizzen, Fotografien, Accessoires und Aufnahmen von Modeschauen: Mehr als 600 Objekte erzählen den Werdegang des produktiven Designers und die Wurzeln seines Genies.

Den Auftakt der Retrospektive bilden die 1970er-Jahre. Die italienische Mode war damals von schlichter Eleganz geprägt: Geradlinige Schnitte und neutrale Farben waren die Norm. Doch als ein 32-jähriger junger Designer 1978 seine eigene Marke gründete, brachte er Bewegung nach Mailand. Er stammte nicht aus dem Bürgertum Norditaliens, sondern aus Kalabrien, einer von den Zivilisationen des antiken Griechenlands geprägten Region, deren Kultur seine Ästhetik nachhaltig beeinflusste. Spuren davon finden sich in den ausgestellten Kreationen aus dieser frühen Phase: etwa der berühmte Medusenkopf, der zum Logo der Marke wurde, oder das griechische MäanderMotiv, ein labyrinthartiges Muster, das zu seinem Markenzeichen wurde.

 

Bild Arches London Bridge Dreamrealizer

Gefeiert und befreit fügte der italienische Designer seiner Handschrift eine weitere Facette hinzu: Seine Inspirationen tauchten immer tiefer in eine schwule, BDSMgeprägte Bildwelt ein. So kleidete er Männer in Lederwesten oder Madonna für Aufnahmen in ihrem Buch «Sex» als Domina. Die Inszenierung von Leder diente dabei einer selbstbewussten queeren Sichtbarkeit. Versace versteckte weder seine Referenzen noch seine Homosexualität und engagierte sich zudem im Kampf gegen die Aids-Epidemie.

Von Elton John bis zu Alf Heller

Mit seinem maximalistischen Ansatz und seiner oftmals opulenten Ikonographie begeisterte Versace viele Gays. Pop-Ikone Elton John wurde zu einem der grössten Versace-Sammler und besass mehr als 100 Hemden, von denen einige in der Retrospektive zu sehen sind.

Für sein Musikvideo zu «Freedom! ’90» holte George Michael jene Supermodels vor die Kamera, die ihre Karrieren auf dem Versace-Laufsteg begonnen hatten: Naomi Campbell, Christy Turlington, Linda Evangelista, Cindy Crawford und Tatjana Patitz.

Auch in der Schweizer Community finden sich Versace-Fans: Der Zürcher Stylist und Podcaster Alf Heller kann von Versace nicht genug kriegen. Sein Zuhause gleicht einem Versace-Museum.

«Gianni Versace Retrospective» ist bis zum 31. Oktober 2026 im Musée Maillol in Paris zu sehen. Bild Arches London Bridge Dreamrealizer

▶ Infos: museemaillol.com

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Veröffentlicht:

21.09.2026

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