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Trump schwärmt von Männerpos – und Fox News erklärt, warum das okay sein soll

Politik

Donald Trump lächelt hinter einem Rednerpult mit der Aufschrift «Trump», hinter ihm zwei US-Flaggen
Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt (Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Donald Trump lobt den Hintern eines Senators, Anderson Cooper macht sich darüber lustig. Seine queere Nichte Mary Trump findet das befremdlich. Und ein Fox-News-Moderator erklärt, warum der Präsident damit durchkommt.

«Ich habe mir seinen Hintern angeschaut»: Mit dieser Aussage sorgt Donald Trump für Lacher – und für reichlich Gesprächsstoff. Bei einem Wahlkampfauftritt am 12. Oktober in Youngstown, Ohio, schwärmte der US-Präsident von der sportlichen Statur des republikanischen Senators Jon Husted. Dessen Gesäss beschrieb er als «einen Haufen Muskeln». Auch Beine, Hände, Schultern und Kieferpartie des Politikers nahm er unter die Lupe. Wenige Tage später legte Trump nach: Er habe Husteds Körper studiert, erklärte er vor einem weiteren Publikum, obwohl das normalerweise nicht sein Ding sei.

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Video: News24 / YouTube

Es blieb nicht bei einem einmaligen Ausrutscher. Trump kommentierte wiederholt das Aussehen männlicher Politiker und Kandidaten. CNN-Moderator Anderson Cooper griff die Aussagen auf und stellte in einer satirischen Montage weitere Komplimente des Präsidenten zusammen. Seine Pointe: Offenbar hat Trump eine ganze Reihe von Männern im politischen Umfeld, die er ausgesprochen attraktiv findet.

«Das klingt ein bisschen schwul»

Auch bei Fox News wurde über Trumps Blick auf Männerkörper diskutiert. Moderator Jesse Watters meinte, manche Aussagen des Präsidenten klängen «ein bisschen schwul». Trump könne sich solche Sprüche aber erlauben, weil er heterosexuell sei. Damit sprach Watters ein bemerkenswertes Doppelmass aus: Bei einem heterosexuellen Mann gelten solche Kommentare offenbar als Witz, während dasselbe Verhalten bei anderen schnell Anlass für Spekulationen oder Spott sein kann.

Mary Trump, die queere Nichte des Präsidenten, äusserte sich ebenfalls zu den Aussagen ihres Onkels. Im Podcast «The Rest Is Politics» sagte sie, er spreche bewundernder über die Körper von Männern als die meisten heterosexuellen Frauen, die sie kenne. Seine Kommentare über Husted bezeichnete sie als ausgesprochen befremdlich. Sie vermutete zudem, dass Trumps Impulskontrolle nachlasse. Das ist ihre persönliche Einschätzung, keine medizinisch bestätigte Diagnose.

Ein Kompliment sagt nichts über die sexuelle Orientierung

Natürlich ist es weder ungewöhnlich noch problematisch, den Körper eines anderen Mannes attraktiv zu finden. Und auch ein auffälliges Kompliment ist kein Beweis für eine bestimmte sexuelle Orientierung. Warum also sorgt Trumps Verhalten für so viel Aufmerksamkeit?

Die Reaktionen zeigen, wie eng Männlichkeit und vermeintliche Heterosexualität noch immer miteinander verknüpft werden. Watters' Erklärung macht deutlich, dass nicht allein die Worte entscheidend sind, sondern auch, wer sie ausspricht. Bei einem mächtigen Mann werden sie als humorvolle Eigenart abgetan; bei queeren Männern können vergleichbare Aussagen noch immer zu einem Anlass für Abwertung werden.

Dabei lohnt sich gerade bei Husted ein Blick über die Schlagzeilen hinaus. Der Senator unterstützte in Ohio ein Gesetz, das geschlechtsangleichende medizinische Behandlungen für Minderjährige einschränkt und trans Mädchen von Mädchensportteams an Schulen ausschliesst. Diese politische Haltung betrifft queere Menschen unmittelbar – und verdient mehr Aufmerksamkeit als die Frage, welche Körperteile Trump besonders beeindruckend findet.

So bleibt von der Pos-Debatte mehr als ein viraler Lacher: Sie zeigt, wie unterschiedlich männliche Körperlichkeit bewertet wird und wie schnell eine unterhaltsame Anekdote die politischen Fragen dahinter verdrängen kann.

DISPLAY Online

Redaktion
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

26.10.2026

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