Ende einer Ära bei Dolce & Gabbana
Im Februar sass Madonna bei der Herbst/Winter-Show von Dolce & Gabbana noch in der ersten Reihe. Heute steht fest: Es war Stefano Gabbanas letzter Auftritt als Chef.
Heute wurde bekannt, dass Gabbana sich bereits im Dezember als Chairman zurückgezogen hat, rückwirkend per 1. Januar 2026. Monatelang blieb es still darum, bis Bloomberg heute morgen darüber berichtete. Geräuschlos geht selten etwas bei D&G, dieser Abgang schon.
1985 haben Gabbana und Domenico Dolce das Label aus einem Mailänder Atelier heraus aufgebaut. Sizilianische Wurzeln, explizite Kampagnen, Skandale im Dreimonatsrhythmus. Die Marke wurde zur Ikone, Gabbana zu ihrer lautesten Stimme und gelegentlich auch zu ihrer grössten Belastung. Beides gehörte irgendwie dazu.
Das Problem heisst nicht Gabbana
Der Rücktritt hat nichts mit einem neuen Fauxpas zu tun. Er heisst Schulden. 450 Millionen Euro davon, um genau zu sein. Das Unternehmen sucht frisches Kapital von bis zu 150 Millionen und verhandelt gerade mit den Gläubigern. Gabbana, dem rund 40 Prozent der Marke gehören, prüft seine Optionen. Als neuen Topmanager bringt das Haus Ex-Gucci-CEO Stefano Cantino ins Spiel.
Die Nachfolge als Chairman hat Domenicos Bruder Alfonso Dolce übernommen, der bisherige CEO. Gabbana selbst bleibt kreativ eingebunden. Er wird also weitermachen, was er immer getan hat. Entwerfen, provozieren, verblüffen. Nur eben ohne Unterschriftsberechtigung.

Maurice Müller
Online Redakteur
DISPLAY Magazin
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