So geht Pride! – eine Gebrauchsanleitung

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Ein Mann lächelt bei der Pride-Parade und macht das Peace Sign mit der Hand.
Bild: Adobe Firefly | Nexftorc
Hurra, die schönsten Tage des Jahres sind wieder da. Schon bald pilgert jede Menge internationales Frischfleisch nach Zürich, um die Pride zu feiern. Damit das Fest auch dir Spass macht und nicht nach dem Motto «Same Shit, different Year» abläuft, hier die Gebrauchsanleitung.

Lösche Grindr

Richtig gelesen. Die App muss weg, am besten schon jetzt. Und zwar aus folgendem Grund: Mehr Schwule in Zürich gibt’s nicht. Alle Kerle, die da mitlaufen, sind schwul. Ja richtig, auch die, die einen Kinderwagen schieben. Du musst also nicht auf dem Display abchecken, wie weit der nächste Traummann entfernt ist, denn mit grösster Wahrscheinlichkeit steht er direkt neben dir. Hinzu kommt, dass du ihn im Tageslicht unter die Lupe nehmen kannst, anstatt auf dem Handy-Display. Wenn dir einer gefällt, sprich ihn direkt an. Die Möglichkeit, dass er nicht schwul ist, liegt bei einem Prozent. Und falls er tatsächlich hetero ist und nur mitläuft, «weil sein bester Freund schwul ist», wird er sich trotzdem geehrt fühlen, von dir Beachtung erhalten zu haben.

Lass das Matrosenoutfit daheim

Du liebst es, dich zu verkleiden und so richtig die Sau rauszulassen? Super, dann haben wir genau das Richtige für dich: Der Anlass nennt sich Fasnacht und findet in den Wintermonaten statt.

An der Pride-Demo hingegen kannst du die Verkleidung im Schrank lassen. Dein Stolz kommt irgendwie weniger zur Geltung, wenn du ein Teletubby-Kostüm oder Hot-Pants wie Brüno trägst. Hinzu kommt, dass die Medien genau diese Bilder suchen, um einmal mehr das Klischee des partyfreudigen Paradiesvogels zu zementieren. Dragqueens sind ok, solange man sieht, dass Zeit und Mühe ins Outfit investiert wurden.

Geh duschen

Falls du am Umzug teilnimmst und später auch noch die Clubs unsicher machen willst, dann nimm Wechselkleidung und Duschzeug mit. Keiner möchte am Abend neben einem müffelnden Typen auf dem Dancefloor abrocken. Ausserdem tanzt es sich schlecht, wenn du die Arme die ganze Zeit eng am Körper anliegen lassen musst. Möglicherweise findest du ja während des Pridemarschs eine «Duschgelegenheit». Ansonsten besuchst du ein Fitnessstudio mit dem Vorwand, dein Mitgliederkärtchen daheim vergessen zu haben. Falls der Angestellte nach deinem Namen fragt, du heisst Andreas Meier. In jedem Studio gibt es so einen.

Schütze dich, mit Sonnencreme

Ein bisschen Bräune ist gesund? Darüber lässt sich streiten. Jedenfalls solltest du dich für den Marsch an der Sonne mit Sonnencreme einschmieren. Ja, auch wenn du dich im Solarium schon vorgebräunt hast (Was unter uns gesagt sowieso nicht funktioniert). Es gibt meiner Meinung nach nichts Schlimmeres als Menschen vom Hauttyp «Prinz Harry», die einen Nachmittag an der prallen Sonne verbringen, während sie die Rübe mit Smirnoff Ice fluten. Dieses rote Glühen sieht auch im Discolicht noch grauenhaft aus.

Nimm’s easy

Wenn dich jemand anspricht, heisst das nicht automatisch, dass er mit dir ins Bett will. Ein «Sorry, aber du bist voll nicht mein Typ» ist also fehl am Platz. Wir sind alle hier, um Spass zu haben. Fühl dich als Teil der Gruppe. Sprich mit Fremden, lass dich von Fremden ansprechen und zick nicht rum, wenn dein Gesprächspartner deine hohen optischen Ansprüche nicht erfüllt. Möglicherweise tust du es ja auch nicht.

Frank Richter ist mit seinem vierten Soloprogramm unterwegs. Ehrlicher, direkter und wandlungsfähiger denn je. #Lovemyjob ist ein wilder Ritt zwischen messerscharfer Alltagsbeobachtung und rabenschwarzem Humor.

Frank Richter hält eine Rede.
Bild: frankrichter.ch

Frank Richter

Redaktion
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

16.06.2026

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