Perspektiven für die Community

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Alternative Beziehungen, queere Safer Spaces und Behinderung:
Das sind drei Schwerpunktthemen des 29. Pink Apple Filmfestivals.

Von Beat A. Stephan

Golden Apple 2026 für Monika Treut

Das Pink Apple Filmfestival ehrt 2026 die Regisseurin und Produzentin Monika Treut mit dem Golden Apple. Seit den 1980er-Jahren prägt Treut das queere Kino international. Ihre Arbeiten verhandeln Sexualität, Identität und Begehren radikal offen und selbstbestimmt. 2017 erhielt sie an der Berlinale den Special Teddy Award für ihr Lebenswerk. Zu ihren prägenden Werken zählen: – «Female Misbehavior» (1992) – «Gendernauts» (1999) – «Von Mädchen und Pferden» (2014) – «Genderation» (2021) – «Cooking Up Democracy» (2026) Die Preisverleihung findet am 4. Mai 2026 im Filmpodium statt, begleitet von Vorführungen von «Gendernauts» und «Genderation».

Fokusthema: Formen der Nicht-Monogamie

Gerade Gay-Paare leben schon längst nicht mehr nur als Single oder in der streng monogamen Zweierkiste. Da gibt es offene Partnerschaften, in der Friends with Benefits Platz haben oder auch polyamore Partnerschaften, in die drei, vier Personen involviert sind. Beziehungen waren schon immer vielfältiger, als es das klassische Vater-Mutter-Kind-Narrativ glauben macht. Zeit also, neu über Liebe, Care, Familie und Verantwortung nachzudenken – Themen, die auch im queeren Filmschaffen immer wieder verhandelt werden.

Podiumsdiskussion zu alternativen Beziehungsformen

Im Fokusgespräch unter anderem mit Toni Loh (bekannt aus «Sternstunde Philosophie») diskutieren wir: Wie lassen sich Beziehungen jenseits der Monogamie leben? Welche rechtlichen Absicherungen fehlen? Wie organisieren wir Care, wenn staatliche Strukturen unsere Lebensrealitäten nicht mitdenken?

ZH | Sa, 2.5. | 15:00 | Kulturbar Gleis |
Eintritt frei, Übersetzung in Gebärdensprache.
Filme zum Thema Formen der Nicht-Monogamie:

▶ FOLLIES, CAN, über die Öffnung einer Beziehung.
▶ TRE FEDRE, NOR, über drei Männer auf dem Weg zur Vaterschaft.

Fokusthema: Queere Klubkultur im Wandel

Klubs sind mehr als Dancefloors. Sie sind Rückzugsorte, Experimentierfelder und oft auch politische Brutstätten. Schon in den 1950er-Jahren traf sich die Schwulenorganisation «Der Kreis» in Zürich zum Tanzen – im Verborgenen. Heute sind Orte wie Heaven, Heldenbar oder Festivals wie das lila. queer festival wichtige Safer Spaces.

Doch was bedeutet Klubkultur heute – zwischen Kommerz, Aktivismus und politischem Backlash?

Podium «Zwischen Dancefloor und Aktivismus»

Wie politisch ist queeres Feiern? Wo verläuft die Grenze zwischen Party und Protest? Und was bleibt, wenn Klubs verschwinden? Menschen aus verschiedenen Generationen sprechen über Sichtbarkeit, Widerstand und Empowerment – von den 80ern bis zu aktuellen Spaces.

Im Anschluss: DJ-Set von DJ Sabaka.

ZH | Di, 5.5. | 19.15 | Kulturbar Gleis |
Eintritt frei, Übersetzung in Gebärdensprache.

Fotoausstellung zum Thema Clubbing

Queere Klubkultur in Bildern: Eine Annäherung an Klubs als Orte von Schutz, Ekstase und Gemeinschaft.

Bis Mi, 6.5.26 | Zollhaus & Riffraff | Eintritt frei

JULIAN

LA MISTERIOSA MIRADA DEL FLAMENCO

MASPALOMAS

Fokusthema: Queerness und Behinderung

Unsere Community wird vielfach angefeindet und ausgegrenzt. Doch auch innerhalb dieser ach so heilen Familie werden Menschen ausgeschlossen. Zum Beispiel Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Diese sind oft unterrepräsentiert – oder werden stereotyp dargestellt.

 

Filmische Leckerbissen

Zum gluschtig machen drei Highlights:

MASPALOMAS

Nach der Trennung von seinem Partner lebt der über 70-jährige Vincente ein Traumleben mit Sonne, Partys und Sex in den Dünen. Als Folge eines Unfalls muss er in ein queerfeindliches Altersheim ziehen und sich wieder verleugnen. Das kann’s doch nicht sein!

JULIAN

Fleur und Julian verlieben sich ineinander und wollen in allen Ländern heiraten, in denen die Ehe zwischen Frauen erlaubt ist. Nach nur vier Hochzeiten kommt ihre Reise zu einem schmerzhaften, unerwarteten Halt.

LA MISTERIOSA MIRADA DEL FLAMENCO

1982: Die elfjährige Lidia lebt in einer queeren Familie, die eine Bar betreibt. Als sich eine unbekannte tödliche Krankheit auszubreiten beginnt, entsteht das Gerücht, sie werde schon durch den Blick eines queeren Menschen übertragen. Die Gemeinschaft wird schnell zum Ziel kollektiver Ängste und Phantasien.

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Veröffentlicht:

01.05.2026

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Mehr gibt es leider gerade nicht. Wir schreiben fleissig weiter.