Die Inflation macht auch vor dem Bett nicht halt

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Die Preise für Kondome werden wohl steigen. (Bild: Andrey Matveev auf Unsplash)

Einer der grössten Kondomhersteller warnt vor Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent. Grund: der Iran-Krieg und die blockierte Strasse von Hormus. Safer sex wird teurer.

Wer bisher dachte, Inflation sei vor allem ein Problem für Olivenöl und Flugtickets, bekommt gerade eine Korrektur geliefert. Das malaysische Unternehmen Karex, das nach eigenen Angaben rund jedes fünfte Kondom weltweit produziert, hat angekündigt, die Preise um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen. Anlass ist der seit Ende Februar 2026 andauernde Krieg im Iran und die damit verbundene Blockade der Strasse von Hormus, die als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gilt.

«Die Lage ist definitiv sehr fragil, die Preise sind hoch», sagte CEO Goh Miah Kiat gegenüber Reuters. «Wir haben keine andere Wahl, als die Kosten jetzt an die Kunden weiterzugeben.» Betroffen sind Rohstoffe wie synthetischer Gummi und Nitril, dazu Schmiermittel wie Silikonöl, Aluminiumfolie und Verpackungsmaterial. Für manche Vorprodukte haben sich die Preise laut Goh bereits verdoppelt.

Lieferkette unter Druck

Karex produziert in Malaysia über fünf Milliarden Kondome pro Jahr und beliefert über 130 Länder, darunter Grosshändler der Marken Durex und Trojan sowie den britischen National Health Service und internationale Gesundheitsorganisationen wie den Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria. Die Lieferzeiten nach Europa und in die USA haben sich seit Kriegsbeginn von einem auf knapp zwei Monate verdoppelt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Kondomen laut Goh um etwa 30 Prozent gestiegen, was die Lagerbestände bei den Abnehmern weiter ausgedünnt hat.

Der Krieg trifft Karex auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Rohstoffe werden knapper und teurer, Schiffsrouten werden länger und unsicherer, und die Nachfrage zieht an. Goh warnte gegenüber der New York Times ausserdem vor Jobverlusten, sollte die Produktion aufgrund fehlender Vorprodukte ins Stocken geraten.

Mehr als eine Konsumentenfrage

Für einzelne Haushalte in Westeuropa sind 20 bis 30 Prozent mehr auf eine Packung Kondome unangenehm, aber verkraftbar. Anders sieht das für öffentliche Gesundheitssysteme, NGOs und UN-Programme aus, die Kondome in grossem Massstab beschaffen und zu günstigen Preisen verteilen. Kondome gehören weltweit zu den wichtigsten Mitteln der HIV-Prävention. Geringerer Zugang bedeutet mehr ungeschützte Kontakte, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Entwicklungshilfe stark zurückgefahren wurde und ohnehin weniger Mittel in die globale Gesundheitsversorgung fliessen.

Karex gibt an, derzeit noch über genügend Lagerbestände für die nächsten Monate zu verfügen, und will die Produktion ausweiten, um der gestiegenen Nachfrage zu begegnen. Ob das reicht, hängt auch davon ab, wie lange der Konflikt dauert. «Alle hoffen, dass das schnell und rasch endet», sagte Goh gegenüber der New York Times. Eine Prognose, die im Moment wenig konkret ist.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

28.04.2026

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