Viele Banken und Vermögensverwalter spielen gezielt mit Hoffnungen und Ängsten, wenn sie ihre Produkte bewerben. Sie locken mit hohen Renditen oder greifen aktuelle Markttrends auf. Die AnlageIdeen scheinen überzeugend und lassen auf hohe Gewinne hoffen. Genau dann solltest du aber skeptisch bleiben und dich nicht verführen lassen. Beispiele wie die folgenden sollten dich hellhörig machen:
37 Prozent Rendite
Factsheets von Anlageprodukten mit solchen Zahlen sind beeindruckend: Ein Plus von 37 Prozent im laufenden Jahr – erzielt mit einem ETF. Wenn man bedenkt, dass ETF in der Regel einen breiten Index abbilden und die Aktienkurse im ersten Quartal rückläufig waren, ist die Performance noch viel bemerkenswerter. Dafür gibt es allerdings eine ernüchternde Erklärung: Der ETF bildet einen Index auf Öl-Futures ab, der bei steigenden Ölpreisen Kursgewinne erzielt. Die Kehrseite: Solche ETF sind sehr volatil und riskant. Tipp: Vergangene Renditen sind kein zuverlässiger Indikator für die Zukunft. Umso mehr stellt sich die Frage, ob eine solche Anlage auch in anderen Marktlagen sinnvoll ist.
Hohe Ausschüttungen
Vorsicht vor Geldanlagen, die überdurchschnittliche Ausschüttungen wie beispielsweise 5 Prozent pro Jahr versprechen. Sie können zum Beispiel aus erzielten Optionsprämien (Covered Calls) stammen. Das sorgt zwar für laufende Erträge, in sehr guten Marktphasen fällt die Rendite dafür deutlich tiefer aus. Tipp: Schau genau hin, wie die Ausschüttung erwirtschaftet wird und welche Risiken dafür eingegangen werden müssen.
Anlegen in Modetrends
Themenfonds werben gern mit heissen Zukunftstrends. Bis Produkte zu KI oder Longevity lanciert werden, ist der Trend an der Börse aber oft schon vorbei. Tipp: Studien zeigen, dass viele Themenfonds die Marktrendite verpassen – dafür sind sie umso teurer.
Nachhaltig, nur für wen? Unter dem Etikett «nachhaltig» oder «ESG» verkaufen Banken und Vermögensverwalter Produkte, welche die Klimaziele unterstützen oder anderweitig ethisch überzeugen sollen. Dahinter steckt oft wenig Neues: Fonds, die für viel Geld aktiv gemanagt werden. Manchmal handelt es sich um gleichartige Produkte, die neu «verpackt» wurden. Tipp: Informiere dich sehr genau über potenzielle Nachteile von «nachhaltigen» Produkten. Es ist gut möglich, dass die Anbieter dafür viel höhere Gebühren verlangen, die Produkte deutlich schlechter di- versifiziert sind oder stark von den Marktrenditen abweichen.
Fondsschliessungen
Schlecht laufende Fonds lassen sich kaum verkaufen und werden darum oft geschlossen. Übrig bleiben jene mit guter Performance, die dann umso stärker beworben werden. In Ranglisten erscheinen dann nur die «Überlebenden» – das verzerrt den Eindruck, wie erfolgreich ein Fondsanbieter wirklich ist. Tipp: Prüfe den Leistungsausweis des Fondsanbieters sehr genau und vergleiche verschiedene Anlagefonds über mehrere Zeiträume.
