Das Schauspielhaus Zürich zeigt mit STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS das berührendste queere Theatererlebnis der Saison. Und mit etwas Glück bist du dabei.
Kay Matter – ein Schweizer Autor, der aneckt und bewegt
Selma Kay Matter, geboren 1998 in Zürich, ist einer der aufregendsten Theatertexter der Schweiz. Er studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und wurde einem breiten Publikum bekannt durch seinen Roman «Muskeln aus Plastik». Mit STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS hat er ein Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich geschrieben (DISPLAY berichtete). Das Resultat: eine dreiteilige Theaterserie, die auf der A6 Richtung Italien beginnt…
2 Tickets für STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS UNO am 24.03. um 19.30 Uhr zu gewinnen!
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Ein Roadtrip, drei Teile, eine Geschichte
Auf den Lastwagen, die den Oldtimer überholen, steht: SuperTrans, Mega Trans, It’s trans-possible. Aldo sieht sie nicht. Oder will sie nicht sehen. Sein Sohn Matteo schon – und das ist der Kern dieser Geschichte: Zwei Menschen, ein kranker Vater und sein Kind in der Transition, die gemeinsam losfahren und dabei lernen müssen, einander wirklich zu begegnen. Mit dabei: Ernesto, der blinde Chihuahua auf der Rückbank.
UNO beginnt holprig. Aldo zündet Dad Jokes, Matteo reagiert mit dem universellen «Papa-Lächeln» der Kategorie: Danke für nichts. Und doch steckt unter aller Unbeholfenheit echter Wille zur Annäherung. Matteo erzählt dem Publikum von der Wirkung des Testogels, von einer Sexualität zwischen den Kategorien, von Grindr als einsamem Begleiter auf der Suche nach Nähe. Dennis Nolden hat diesen Teil inszeniert – mit einer Leichtigkeit, die das Schwere nie wegdrängt.
DUE spielt im Ziel: Das Dorf Belbuio mutiert zum Gruselkaff. Die «Nonne» – tratschende Quasi-Grossmütter – empfangen die Ankömmlinge mit erdrückenden Armen. Matteo treibt es auf die Strassen, zwischen Drag-Begegnungen, Grindr-Klingeltönen und dem langen Schatten des Katholizismus. Das Kollektiv *OTHER ISSUES inszeniert DUE als atemlosen Taumel zwischen Badeschaum und Blut, Begehren und Verwandlung.
TRE schliesslich erhebt sich postapokalyptisch aus der Dunkelheit. Männer verschwinden, alte Figuren scheinen besessen, das Dorf wird zur Arena. Matteo und sein Liebender Santo finden und verlieren sich immer wieder – oder vielleicht endlich wirklich. Sarah* Claire Wray führt Regie in einem Finale, das als Rom-Com begann und im Thriller endet.
Warum dieses Stück im Pfauen eine Ansage ist
Dass ein so junger Schweizer Autor ein queeres Auftragswerk für eine der renommiertesten Bühnen des Landes schreibt und dass das Schauspielhaus Zürich es nicht nur zeigt, sondern gleich dreifach inszeniert – ist einfach nur grandios. Es ist ein Signal. STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS verhandelt Trans-Sein nicht als Problemfall, sondern als menschliche Erfahrung, komplex und komisch und kostbar. Genau das braucht die Bühne.
