Vier Tage lang drehte sich alles um den ESC. Das klare Ziel: die grosse ESC-Sause in Wien live und hautnah miterleben. Am Donnerstagabend ging es nach der Ankunft direkt zu einem organisierten Viewing des zweiten Halbfinals. Leider schied die Schweiz genau an diesem Abend aus. Die ungebremste Vorfreude der mitreisenden Fans schmälerte das jedoch in keiner Weise. Die Location war das stylische k47 hoch über den Dächern der Stadt – ein Raum mit klarem, modernem Look und subtilen Design-Akzenten. Hier trafen sich Kolleginnen und Kollegen aus Medien, Tourismus und der Airline-Branche. Bei coolen Drinks wurde ausgiebig gefachsimpelt und leidenschaftlich mitgefiebert. Ein gelungener Auftakt unter Branchenkollegen.
Backstage-Zauber und purer Nervenkitzel
Der Freitag brachte ein besonderes Highlight: eine exklusive Backstage-Tour direkt hinter die Kulissen des gigantischen Spektakels. Die Sicherheitsvorkehrungen waren erwartungsgemäss hoch – der Einlass glich einer strengen Flughafenkontrolle.
In der gigantischen Halle durften wir tief in das ESC-Universum eintauchen. Wir besichtigten den legendären Greenroom, in dem später die Punkte vergeben wurden, und die geschäftigen Schminkräume, professionell gesponsert von Moroccanoil. Die perfekt ausgeleuchteten Spiegel, das durchgetaktete Chaos – eine rohe Industrie-Ästhetik. Überall lag der unverkennbare Duft von Haarspray, Puder und Lampenfieber in der Luft. Die Delegationen steckten gerade mitten in den letzten Proben.
Klein-Paris und durchtanzte Nächte
Nach dem Backstage-Zauber rief die Stadt. Eine «Hidden Wien»-Tour abseits der Touristenpfade führte uns ins charmante Servitenviertel im Alsergrund – ein echtes «Klein-Paris» voller kleiner Boutiquen und gemütlicher Bistros.
Hier trifft feines Handwerk auf kuratiertes Vintage-Design. Stilvolle Concept-Stores verbinden Wiener Altbau-Charme mit modernem Japandi-Vibe. Der ESC-Spirit war auch hier allgegenwärtig. Am Abend drehten wir eine Runde auf den Traditionsbahnen im Prater, danach rief der offizielle EuroClub. Bis tief in die Nacht wurde getanzt.
Das grosse Finale in der Stadthalle
Der Samstag war der Tag des Finales. «Schnürlregen» – wie die Wienerinnen und Wiener anhaltenden Starkregen nennen – war vorausgesagt. Die Laune liess sich davon nicht trüben. Ein privater Transfer fuhr unsere Gruppe direkt zur Wiener Stadthalle. Ein Teil zog in den Golden Circle vor der Bühne, ich entschied mich für einen Sitzplatz. Nach fünf Stunden Show: die richtige Wahl.
Die Halle war ausverkauft, die Energie dicht. Musikalisch hatte ich drei Favoriten: Finnland mit einer herrlich verrückten Energie, Australien mit einer stimmlich und visuell gewaltigen Show, und Gastgeber Österreich, der im eigenen Haus tosenden Applaus erntete. Den Sieg holte sich Bulgarien – DARA setzte sich mit «Bangaranga» und 516 Punkten durch, sowohl bei Jury als auch Publikum.
Nach dem Event war noch lange nicht Schluss. Die Aftershow-Party mit ESC-Crew und Staff dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Wien war trotz allem Regen ein grossartiger Gastgeber.
