Ein Kleid aus der Sprühdose. Im Herbst 2022 stand Bella Hadid in Paris nur mit einem Slip auf dem Laufsteg und wurde besprüht, bis daraus ein Abendkleid wurde. Die Bilder gingen um die Welt. Jetzt ist Schluss: Am 4. November haben Sébastien Meyer und Arnaud Vaillant das Ende von Coperni verkündet. «Trotz all unserer Bemühungen konnte keine Lösung gefunden werden», schreiben sie.
Das Geld kam nie an
Seit 2019 lief Coperni über die Londoner Firma Tomorrow, die Mehrheitsaktionärin und exklusive Vertriebspartnerin zugleich war. Sie nahm alle Einnahmen ein und hätte den Anteil weitergeben sollen. Laut Coperni floss seit Monaten kein Geld mehr. Im März sagte das Label seine Show an der Paris Fashion Week ab, Tomorrow wurde an die italienische Progetto 11 verkauft, und die beiden versuchten vergeblich, ihre Marke zurückzukaufen. Im Juni kam Coperni unter Gläubigerschutz, eine Einigung blieb aus.
Ein Paar mit Raumfahrt-Ideen
Kennengelernt hat sich das Paar an der Pariser Modeschule Mod'Art. 2013 gründeten die beiden Coperni, benannt nach Nikolaus Kopernikus, und waren danach zwei Jahre lang Kreativdirektoren bei Courrèges. Seit dem Neustart 2019 war Mode bei ihnen ein Experiment: die Swipe Bag im Look des alten iPhone-Entsperrknopfs, Roboterhunde auf dem Laufsteg, eine Tasche aus Aerogel und eine Show im Disneyland Paris.
«Diese acht Jahre waren aussergewöhnlich»
Bitter klingen die beiden nicht. Coperni sei immer ein gemeinsames Abenteuer gewesen, schreiben sie, und sie blickten «mit Optimismus und vielen Ideen» in die Zukunft. Wer ein Kleid aus der Dose zaubert, bleibt bestimmt nicht lange still.
