DISPLAY testete den ë-C3, den neuen Stromer von Citroën.
Der Citroën ë-C3 ist das ideale Elektroauto für alle, die vor allem in der Stadt unterwegs sind und trotzdem gern mal spontan übers Wochenende wegfahren. DISPLAY war auf Testfahrt, durch enge Gassen und bis ins nahe Ausland. Spoiler: Er hat den Test bestanden.
Auf Fotos wirkt der ë-C3 fast wie ein Spielzeug-SUV. In echt steht er überraschend selbstbewusst da: relativ hoch, kantige Linien, bullige Front. Im Stadtverkehr hat uns das gefallen. Der Sitz ist leicht erhöht und ermöglicht einen guten Überblick. Im Cockpit wurde der Hartplastik clever eingesetzt. Ein Stoffstreifen zieht sich quer über das Armaturenbrett; kleine farbige Details an Türen und Lüftungsdüsen lockern das Bild auf.
Bequem und geräumig
Vorne sitzt man angenehm, auch grössere Menschen finden problemlos Platz. Die Sitze sind weich gepolstert und klar auf Komfort statt Sportlichkeit ausgelegt. Der Kofferraum hat uns positiv überrascht: Rund 310 Liter Fassungsvermögen reichen locker für den Wocheneinkauf oder das Gepäck für ein Wochenende zu zweit. Für unsere Fahrt ins Ausland gingen zwei mittelgrosse Koffer, ein Rucksack und ein paar kleinere Taschen problemlos hinein.



Angenehm reduziert
Beim Blick nach vorne fällt auf, dass der ë-C3 auf klassische Instrumente verzichtet. Stattdessen gibt es ein schmales Infofeld oberhalb des Lenkrads, das Geschwindigkeit, Reichweite und Akkustand einblendet. Ein Datenfeuerwerk bleibt aus. Also kaum Ablenkung. In unserer besser ausgestatteten Version sitzt in der Mitte ein Touchscreen, der das tut, was er soll: Navigation, Smartphone-Integration über Apple CarPlay und Android Auto, Radio und Grundeinstellungen. Schön, dass sich das Display komplett abdunkeln lässt, was lange Fahrten im Dunkeln entspannter macht.
Zündschlüssel-Nostalgie
Ein wenig Retro-Charme bringt der klassische Zündschlüssel ins Spiel. Während fast alle anderen Stromer heute auf Startknopf setzen, dreht man hier noch am Schloss – was das Gefühl vermittelt, jemand habe einem Verbrenner heimlich einen E-Motor verpasst.
Sobald man losfährt, merkt man, wofür der ë-C3 gebaut wurde. Mit seinen 113 PS wirkt er im unteren Geschwindigkeitsbereich deutlich lebendiger, als es die Zahlen vermuten lassen. In engen Strassen profitiert man vom kleinen Wendekreis, und die Lenkung ist leichtgängig, ohne sich künstlich anzufühlen. Besonders überzeugt das Fahrwerk. Citroën setzt auf eine Komfort-Abstimmung, die Schlaglöcher und Kanaldeckel erstaunlich sanft wegfiltert. Gerade auf schlechten Stadtstrassen fühlt sich der wendige Kleine deutlich erwachsener an, als seine Klasse vermuten lässt.
Für unseren Weekendtrip ins Nachbarland wollten wir wissen, wie langstreckentauglich der ë-C3 ist. Auf dem Papier stehen je nach Version rund 320 Kilometer WLTP-Reichweite mit dem 44-kWh-Akku. Im echten Leben, mit einem guten Stück Autobahn und normaler Fahrweise, bewegten wir uns eher im Bereich von 240 bis 260 Kilometern, bevor wir wieder laden wollten. Das bedeutet: Für längere Etappen sollte man sich die Route im Voraus ansehen und planen, wo unterwegs Schnelllader stehen.


Kurze Ladezeiten
Positiv ist, dass der ë-C3 an einer leistungsfähigen Schnellladesäule mit bis zu 100 kW laden kann. Von 20 auf 80 Prozent vergeht etwa eine halbe Stunde. Bei den Assistenzsystemen ist die Ausstattung solide: Tempomat, Spurverlassenswarner, Notbremsassistent, Parksensoren hinten und je nach Version eine Rückfahrkamera decken die wichtigsten Bedürfnisse ab. Für ein kompaktes City-E-Auto reicht das völlig. Den flotten Feger gibt‘s übrigens auch mit Hybrid-Motor.

Fazit: Der ë-C3 ist kein Prestigeobjekt, sondern ein sympathischer Begleiter für alle, die einen alltagstauglichen Einstieg in die Elektromobilität suchen. Mit klarem Schwerpunkt auf der Stadt, aber ohne Angst vor der nächsten Landesgrenze.
