Wer ist der US-Kandidat hinter den viralen BDSM-Fotos?

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Bild: City and State of NY
Chris Gallant will für die Demokraten ins US-Repräsentantenhaus. Gerade sorgen jedoch alte BDSM-Fotos des offen schwulen New Yorkers für Aufsehen im Netz. Wer ist der Mann hinter den viralen Bildern – und was sagt er selbst dazu?

Es sind Bilder, die derzeit auf Social Media für ordentlich Gesprächsstoff sorgen: Chris Gallant in Leder, mit Harness, Halsband und BDSM-Equipment. Die Aufnahmen sind nicht neu – doch jetzt, mitten in seinem Wahlkampf, tauchen sie wieder auf und gehen viral.

Gallant, 37, kandidiert für die Demokraten im 1. Kongresswahlbezirk von New York. Sein Ziel: ein Sitz im US-Repräsentantenhaus. Dafür tritt er gegen den republikanischen Amtsinhaber Nick LaLota an.

Doch wer ist der Mann, über den gerade alle sprechen?

Vom Militärpiloten zum Kongresskandidaten

Gallants Lebenslauf könnte kaum weiter von einem klassischen «Internet-Skandal» entfernt sein. Mit 17 Jahren trat er der New York Army National Guard bei und dient dort seit 2006. Heute ist er Black-Hawk-Hubschrauberpilot.

Daneben arbeitete Gallant als Fluglotse bei der US-Luftfahrtbehörde FAA und engagierte sich gewerkschaftlich. Ausserdem ist er freiwilliger Feuerwehrmann. Erfahrungen aus Militär, Luftfahrt, Gewerkschaftsarbeit und Rettungsdienst gehören zu den zentralen Elementen seiner politischen Biografie.

Gallant ist zudem offen schwul. In einer Stellungnahme verwies er darauf, dass er bereits als junger Mann Militärdienst leistete, zu einer Zeit, als die US-Armee homosexuelle Soldat aufgrund der «Don’t Ask, Don’t Tell»-Politik noch daran hinderte, offen über ihre sexuelle Orientierung zu sprechen.

Die Fotos stammen aus einer früheren Beziehung

Die nun viral verbreiteten Aufnahmen entstanden vor mehr als einem Jahrzehnt. Sie stehen im Zusammenhang mit Mr. S Leather, einem auf Leder- und BDSM-Artikel spezialisierten Unternehmen aus San Francisco.

Gallants Anwältin Sara Azari bestätigte, dass die Fotos echt sind. Entstanden seien sie im Rahmen einer privaten und einvernehmlichen Fotosession mit Gallants damaligem Partner, mit dem er während vier Jahren liiert war. Gallant war ausserdem mit dem Besitzer des Unternehmens befreundet.

Ursprünglich gab es laut seiner Anwältin eine begrenzte Vereinbarung, wonach das Unternehmen ausgewählte Bilder für bestimmte Produkte verwenden durfte. Als Gallant später eine Zukunft im öffentlichen Dienst anstrebte, bat er darum, die Fotos nicht mehr zu verwenden und von der Website zu entfernen. Dieser Bitte sei entsprochen worden. Einige Bilder tauchten später jedoch auf anderen Websites und in Internetarchiven wieder auf.

Und jetzt, Jahre später, landen sie erneut auf den Bildschirmen – diesmal als politischer Gesprächsstoff.

Gallant: «Ich schäme mich nicht»

Gallant selbst versucht nicht, seine Vergangenheit zu verstecken. Nachdem die Bilder öffentlich wurden, bestätigte er gegenüber Unterstützer schlicht: Ja, das sei er. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich dafür nicht schäme und nicht verlegen sei.

In einer weiteren Stellungnahme stellte er seine Vergangenheit in einen grösseren Zusammenhang: Die Bilder würden nichts daran ändern, wer er sei oder was er während seiner Jahre im Militär, als Feuerwehrmann und im öffentlichen Dienst geleistet habe. Politische Angriffe auf seine Identität würden ihn vielmehr darin bestärken, für seine Überzeugungen einzustehen.

Auch seine Anwältin kritisiert die Verwendung der Aufnahmen im Wahlkampf. Die Bilder seien aus einem privaten, einvernehmlichen Kontext gerissen worden und hätten keinen Bezug zu Gallants Qualifikationen oder seiner Fähigkeit, ein politisches Amt auszuüben. Sie wirft denjenigen, die die Aufnahmen verbreiten, vor, sein Privatleben für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Gallant selbst bleibt derweil bei seinem Kurs: Die Aufmerksamkeit soll nicht seine Vergangenheit bestimmen, sondern seine Kandidatur und die Themen, mit denen er im 1. Kongresswahlbezirk von New York antritt.

Denn während das Internet gerade über Leder, Halsbänder und BDSM-Fotos diskutiert, versucht ein offen schwuler Black-Hawk-Pilot, Feuerwehrmann und ehemaliger Fluglotse, in Washington einen Platz in der Politik zu bekommen.

DISPLAY Online

Redaktion
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

16.09.2026

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