«Niemand hat geglaubt, dass wir gewinnen könnten», sagte die 27-Jährige nach dem Triumph. Sie selbst auch nicht. Und dann gewann sie trotzdem – mit 516 Punkten, vor dem zweitplatzierten israelischen Sänger Noam Bettan, und mit einem Song, dessen Titel die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer bis gestern Abend nicht buchstabieren konnten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen«Bangaranga» kommt aus dem jamaikanischen Kreolisch und bedeutet Aufruhr, Unruhe, eine schöne Art von Chaos. Dara verwendet das Wort tiefer. Für sie verweist der Titel auf die Kukeri – ein uraltes bulgarisches Ritual, bei dem Männer in Kostümen aus Fell, Glocken und Tiermasken durch Dörfer ziehen und Lärm machen, um böse Geister zu vertreiben. «Das ist Bangaranga», erklärte sie vor dem Wettbewerb. «Lärm und Feuer und Rhythmus als Kraft für das Gute – um die Dunkelheit zu verjagen und den Raum wieder zum Leben zu erwecken.»
Wer ist Dara?
Darina Nikolaewa Jotowa wurde 1998 in der bulgarischen Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer geboren. Mit 16 Jahren wurde sie beim bulgarischen X Factor Dritte, unterschrieb danach einen Plattenvertrag und landete mit ihrer ersten Single sofort einen Nummer-eins-Hit. Seither hat sie in Bulgarien 15 Chartspitzen eingefahren und über 80 Millionen Streams gesammelt. Seit 2021 ist sie Coach bei «The Voice of Bulgaria». Ihr letztes Album heisst «ADHDARA» – eine Anspielung auf ihre ADHS-Diagnose, mit der sie öffentlich umging.
Beim ESC war sie nicht die Favoritin. Das finnische Duo Pete Parkkonen und Linda Lampenius führte die Wettquoten an, Australiens Delta Goodrem galt als sicherer Podiumsplatz. Dara lag im Mittelfeld. Dann kam der Abend.
Der ESC 2026 im Rückblick
Das Finale war politisch aufgeladen. Fünf Länder boykottierten den Wettbewerb wegen der Teilnahme Israels. Noam Bettan trat trotzdem auf und wurde Zweiter – mit vereinzelten Pfiffen bei der Flaggenparade zu Beginn. Finnland, der grosse Favorit, verpasste das Podium. Australien, Dänemark und die Ukraine landeten in den Top Ten, ohne ganz oben zu stehen.
Der nächste ESC findet in Bulgarien statt – erstmals in einem Balkanstaat seit Serbien 2008. Dara fasste es selbst am besten zusammen: «Haben wir heute Geschichte geschrieben, oder was?!»
