Kieron Moore spielt Aaron Eagle, einen tätowierten, durchtrainierten Cam-Boy aus Los Angeles, der online gerne den dominanten Part übernimmt. Als ihm ein Kunde unglaubliche 50’000 Dollar für eine Nacht anbietet, sagt er zu. Verständlich – wer würde bei dieser Gage nicht zumindest zweimal nachfragen?
Am Ziel wartet allerdings eine ziemlich unerwartete Überraschung: Sein Kunde ist ausgerechnet sein ehemaliger Englischlehrer Mr Grant (Reed Birney). Und der ist nicht nur Jahrzehnte älter, sondern ein verurteilter Pädokrimineller. Aaron selbst war zwar nicht sein Opfer, doch zwischen den beiden liegt eine gemeinsame Vergangenheit, die nun mit voller Wucht zurückkehrt.
Was folgt, ist weniger klassischer Erotikthriller als ein intensives Kammerspiel über Macht, Erinnerung und die Geschichten, die wir uns selbst über unsere Vergangenheit erzählen. Und obwohl der Film gerade einmal 82 Minuten dauert, soll sich die Spannung keine Sekunde verabschieden.
Fun Fact: Für einen Film, der mit Sexarbeit, Cam-Boys und 50’000 Dollar lockt, passiert erstaunlich wenig «Sex». Der Guardian beschreibt «Blue Film» vielmehr als zweistünd… pardon, 82-minütige Übung im Unwohlsein: Zwei Männer sitzen zusammen und reden – und trotzdem wird es zunehmend schwer auszuhalten.
«Blue Film» ist damit definitiv kein Feel-Good-Film für den nächsten gemütlichen Netflix-Abend. Wer sich aber auf einen ungewöhnlichen, provokanten Queer-Thriller einlässt, dürfte noch lange nach dem Abspann darüber nachdenken.
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