Die AfD in Sachsen-Anhalt will Regenbogenflaggen an Schulen verbieten. Das fordert sie in ihrem Wahlprogramm. Was wohl Alice Weidel davon hält?
Die AfD in Sachsen-Anhalt, die in jüngsten Wahlumfragen bei rund 40 Prozent liegt, hat klare Vorstellungen davon, wie das Bundesland nach der Landtagswahl im September aussehen soll. Diese Vorstellungen hat die Partei in einem Regierungsprogramm festgehalten, das noch an einem Parteitag beschlossen werden muss. Bereits jetzt wird jedoch deutlich, in welche Richtung sich dieses politische Projekt bewegt.
Eine der besonders erschreckenden Ideen darin ist das geplante Verbot von Regenbogenflaggen an Schulen. Für die AfD ist diese Forderung eng verknüpft mit ihrem erklärten Ziel, «mehr deutsche Kinder» in Sachsen-Anhalt zu fördern. Im Zentrum steht dabei ein sehr enges Familienbild, das ausschliesslich aus Mann, Frau und Kindern besteht. Dieses Ideal soll politisch gestärkt und als gesellschaftliche Norm gesetzt werden.
Regenbogenflaggen an Schulen stehen diesem Weltbild aus Sicht der Partei entgegen. Die AfD argumentiert, die queere Community wolle «die Normalität, die wir für die Entwicklung unserer Gesellschaft brauchen», zerstören. Sichtbarkeit von queeren Lebensrealitäten wird damit nicht als Ausdruck gesellschaftlicher Vielfalt verstanden, sondern als Gefahr für Ordnung und Zusammenhalt.
Alles, was über das Modell Vater, Mutter, Kind hinausgeht, wird als Bedrohung der Gesellschaft dargestellt. Wer andere Formen von Familie, Identität oder Zusammenleben für möglich hält, wird diskreditiert. Das geplante Verbot von Regenbogenflaggen an Schulen ist dabei kein isolierter Vorschlag, sondern Ausdruck dieses Denkens. Es markiert klar, welche Lebensrealitäten als «normal» gelten sollen und welche bewusst aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden.
Seltsam bloss, dass die AfD-Chefin mit ihrer Partnerin eine nicht der Norm entsprechende Familie bildet. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, lebt in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit ihrer Partnerin Sarah Bossart und zieht mit ihr zwei Söhne gross. Die Familie wohnt in der Schweiz.