Queere Filme am Yesh!

Film

Yesh! zeigt jüdisches Leben queer, vielschichtig und selbstbewusst. Zwischen Tradition und Identität. DISPLAY präsentiert drei queere Streifen.

Yesh! 2026 zeigt das Jüdische nicht als starre Tradition, sondern als vibrierenden, widersprüchlichen und auch queeren Raum. 

Diese Vielschichtigkeit verkörpert Amichai Lau-Lavie wie kaum eine andere Figur: Dragqueen, Samenspender, Orthodoxie-Virus und ordinierter Rabbi in Personalunion. Als «Sabbath Queen» sprengt er religiöse wie geschlechtliche Zuschreibungen und macht sichtbar, dass Queerness und jüdische Spiritualität kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig befeuern können.

Queerer Humor ist bei Yesh! kein Randphänomen, sondern ein Werkzeug der Selbstermächtigung. «Bad Shabbos» treibt das Prinzip köstlich ins Absurde: Eine jüdische Upper-Class-Familie versucht verzweifelt, am Sabbath eine Leiche loszuwerden. Ein bitterkomischer Tanz zwischen religiösem Regelwerk, bürgerlicher Fassade und moralischem Chaos.

Berührend und leise wird es in «Pink Lady». Die chassidische Bati wünscht sich ein viertes Kind, doch ihr Mann Lazer scheitert am sexuellen Vollzug. Als Bati entdeckt, dass Lazer heimlich einen Mann küsst, öffnet sich ein Raum zwischen religiösem Zwang, queerer Identität und unausgesprochenem Begehren. Der Film erzählt nicht von Skandal, sondern von Verletzlichkeit und davon, wie queeres Leben auch dort existiert, wo es offiziell keinen Platz haben darf.

Yesh! 2026 macht klar: Queeres Judentum ist nicht Nische, sondern Realität. Nicht Provokation um der Provokation willen, sondern Ausdruck einer jahrtausendealten Kultur, die schon immer mit Ambivalenz, Widerspruch und Lust am Denken gelebt hat.

Hier geht’s zur Website des Festivals

 

David Nöthiger

Redaktion
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

29.01.2026

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