DISPLAY besuchte im Schauspielhaus ein Stück, das die Geschichte von Matteo erzählt, einem trans Mann, der zwischen Transition, Familie, Begehren und Herkunft nach sich selbst zerrissen wird.
STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS ist eine dreiteilige Theaterproduktion von Kay Matter, exklusiv geschrieben für das Schauspielhaus Zürich. Die Serie besteht aus drei eigenständigen Teilen: UNO, DUE und TRE. Sie können unabhängig voneinander erlebt werden und zeichnen gemeinsam ein vielschichtiges, berührendes Bild von Identität, Begehren, Beziehung und Selbstfindung.
In UNO beginnt der Roadtrip von Matteo: Noch im Übergang seiner Transition, mit leiser Stimme und erstem Peach Fuzz, macht er sich auf den Weg in sein Heimatdorf in Italien. Er fürchtet die Blicke und Kommentare der Verwandtschaft, die ihn noch als Isabella kennen, doch die Beziehung zu seinem kranken Vater Aldo gibt den Anlass zur Reise. Auf dieser gemeinsamen Fahrt entfaltet sich eine bewegende Auseinandersetzung mit Fragen von Männlichkeit, Körperlichkeit, Gender-Euphorie und -Dysphorie. Zwischen den Generationen ringen Vater und Sohn um Anerkennung, Verständnis und Nähe.


Im zweiten Teil treffen Matteo und Aldo im Dorf ein, das sich bald in eine surreale, manchmal beklemmende Welt verwandelt. Dort begegnet Matteo den scharfen Kommentaren, dem flackernden Alltag zwischen Drag-Begegnungen, Grindr-Klingeltönen und dem Schatten des Katholizismus. DUE spielt in den Spannungsfeldern zwischen Angst, Verwandlung, Körperlichkeit, Begehren und Gemeinschaft. Queerness wird hier als Sprache des Flirts, des Drags und der Begierden erkundet.


TRE, der dritte Teil, führt die Geschichte in eine postapokalyptische Realität. Das einstige Dorf wird zur Arena für Begehren und Verfolgung. Alte Figuren erscheinen wie glänzende, monströse Spiegelungen. Verlorene Männer tauchen auf, während Matteo und sein Liebender Santo immer wieder aufeinandertreffen. Der Konflikt zwischen Vater und Sohn verschmilzt mit einer weitreichenderen Erkundung von Intimität, Verlorenheit und Wiedervereinigung. Hier vereinen sich Humor, Spannung und queere Sehnsucht zum Finale.


Die gesamte Trilogie thematisiert durchgehend Trans- und Queerfeindlichkeit und stellt queere Lebensrealitäten, Körperlichkeiten und Identitätsprozesse ins Zentrum der Erzählung. Diese Perspektiven werden nicht nur reflektiert, sondern unmittelbar erlebbar gemacht.
Die Premiere des dritten Teils (TRE) ist am 31. Januar 2026. Danach gibt es mehrere Vorstellungen im Februar/März 2026.
Infos und Termine findest du hier