Die Präsidentin der Jungen EVP, Lea Blattner, tritt nach homofeindlichen Drohungen zurück.
Lea Blattner, Co-Präsidentin der Jungen Evangelischen Volkspartei (JEVP) der Schweiz, hat ihren Rücktritt von allen Parteifunktionen angekündigt. Auslöser dafür sind massive Anfeindungen, Beleidigungen und sogar Morddrohungen, die sie nach ihrem öffentlichen Coming-out als lesbische Frau erhalten hat. Viele Attacken erfolgten aus der eigenen Partei.
Blattner hatte sich im April 2025 dazu entschieden, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. Mit diesem Schritt wollte sie anderen Menschen Mut geben und zeigen, dass queere Identitäten auch in christlich geprägten politischen Parteien sichtbar sein dürfen. Innerhalb der Parteiführung erhielt sie dafür Rückhalt und Unterstützung. Anders sah es jedoch in Teilen der zum Teil evangelikalisch-konservativen Parteibasis aus.
Anonyme Bedrohung
Nach ihrem Coming-out wurde Blattner Zielscheibe von beschimpfenden Nachrichten und feindseligen Reaktionen. Die Situation eskalierte, als sie einen anonymen Drohbrief erhielt. Darin wurde sie aufgefordert, ihr Amt sofort niederzulegen – andernfalls müsse sie mit Konsequenzen rechnen. Die Drohung war für Blattner ein Wendepunkt.
Die 32-jährige Politikerin erklärte, dass diese anhaltenden Angriffe nicht nur belastend, sondern auch beängstigend gewesen seien. Trotz ihrer persönlichen Stärke und des internen Rückhalts habe sie sich dazu entschieden, ihre Funktionen abzugeben, um sich selbst zu schützen und weiteren Eskalationen vorzubeugen.
Ihren Rücktritt will Blattner offiziell an der nächsten Mitgliederversammlung im April bekanntgeben. Auch nach dem Rückzug aus der Parteiführung bleibt sie jedoch Mitglied der EVP. Ihr Schritt bedeutet also keinen vollständigen Abschied aus der Politik.
Der Fall zeigt, dass queere Menschen auch in der Schweizer Politik weiterhin mit Ablehnung, Ausgrenzung und Hass konfrontiert sind. Lea Blattners Rücktritt ist nicht nur eine persönliche Entscheidung, sondern auch ein deutliches Zeichen dafür, wie gross der Druck auf LGBTQ+-Personen in bestimmten politischen und religiösen Kontexten noch immer ist.