Bret sieht aus wie der perfekte Prep-School-Boy: reiche Freundin, reicher Vater, reiches Auto. Nachts schläft er trotzdem mit seinen Kumpels Ryan und Matt, während niemand so richtig hinschaut. Genau darum lohnt sich «The Shards» gerade jetzt auf Disney+: Ryan Murphy erzählt vom jungen Bret Easton Ellis, der 1981 in Los Angeles lieber lügt als sich zu outen – bis ein neuer Mitschüler und ein Serienkiller gleichzeitig sein sorgfältig drapiertes Leben aufreissen.
Der Neue, der alles durcheinanderbringt
Dieser neue Mitschüler heisst Robert Mallory, und ab der ersten Sekunde ist klar: Das ist keine normale Highschool-Rivalität. Bret hasst ihn, misstraut ihm, kann aber auch nicht von ihm lassen. Die beiden Darsteller haben selbst zugegeben, dass sie die Chemie zwischen den Figuren bewusst in der Schwebe gehalten haben – irgendwo zwischen Anziehung und Obsession, nie ganz greifbar. Als Robert bei einer durchzechten Pool-Party fast ertrinkt, ist es nicht Bret, der ihn rettet, sondern seine beste Freundin Susan, die ihn danach spontan küsst. Bret schaut zu. Wieder mal.
Ein Vater, der viel zu genau hinschaut
Noch unangenehmer wird es mit Terry, dem Vater seiner Freundin Debbie und mächtigem Produzenten in der Traumfabrik. Der bietet Bret an, sein Drehbuch zu fördern – verlangt im Gegenzug aber weit mehr, als ein Teenager geben sollte. Es ist die Art Storyline, die zeigt, was «closeted sein» in dieser Welt wirklich kostet: Macht, die ausgenutzt wird, weil niemand widersprechen kann, ohne sich selbst zu outen.
Ein Killer, der mitzählt
nd dann ist da noch der Trawler, ein Serienmörder, der reihenweise Teenager aus Brets Umfeld verschwinden lässt. Bret ist überzeugt, dass Robert etwas damit zu tun hat. Nur: Bret lügt für sein Leben gern, auch sich selbst gegenüber – als Erzähler ist ihm nicht ganz zu trauen. Erst verschwindet sein heimlicher Freund Matt, dann taucht seine Leiche auf. Kurz darauf ist eine weitere Mitschülerin weg – und kehrt Folgen später blutüberströmt und mit Fragezeichen im Gesicht zurück. Wer als Nächstes dran ist, weiss niemand.
Was noch kommt
Die verbleibenden Folgen laufen auf ein Finale zu, das laut allem, was bisher zu sehen war, weder Robert noch den Trawler schont. Und für alle, die tiefer graben wollen: Ryan Murphy hat bereits durchblicken lassen, dass er sich für spätere Staffeln vorstellen kann, die Geschichte in die Aids-Krise weiterzuführen – jene Zeit, die er selbst als Teenager miterlebt und in der er Freunde verloren hat. Aus der hübschen Fassade von 1981 könnte also noch einiges an Tiefe herausbrechen.
«The Shards» ist streambar auf Disney+
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