Die Stadtpolizei Zürich hat neu eine LGBTIQ-Ansprechperson

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Mehrere weisse Polizeifahrzeuge der Stadtpolizei Zürich stehen hintereinander in einem Innenhof. Im Vordergrund ist ein Fahrrad zu sehen, daneben ein grosses Steingebäude.
Fahrzeuge der Stadtpolizei Zürich vor einem Polizeigebäude. Die Stadtpolizei hat neu eine LGBTIQ-Ansprechperson geschaffen. (Bild: Claudio Schwarz auf Unsplash)
Die Stadtpolizei Zürich hat eine eigene Ansprechperson für queere Menschen. Sie soll bei diskriminierenden Vorfällen beraten, begleiten und vermitteln – sowohl für die Bevölkerung als auch innerhalb der Polizei.

Mit der LGBTIQ-Ansprechperson will die Stadtpolizei Zürich die Verbindung zur queeren Community stärken. Nach Angaben der Stadtpolizei handelt es sich um ein schweizweites Novum im polizeilichen Umfeld.

Die neue Ansprechperson soll die Verbindung zwischen der LGBTIQ-Community und der Stadtpolizei stärken. Sie steht queeren Menschen bei diskriminierenden Vorfällen zur Seite, kann beraten, vermitteln und Betroffene begleiten. Auch Mitarbeitende der Stadtpolizei können sich an die Stelle wenden.

Vertrauen ist nicht selbstverständlich

Der Schritt ist wichtig, weil viele queere Menschen Vorfälle von Diskriminierung, Drohung oder Gewalt nicht melden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: schlechte Erfahrungen, Unsicherheit, Angst, nicht ernst genommen zu werden, oder das Gefühl, eine Anzeige bringe ohnehin nichts.

Gerade im Kontakt mit staatlichen Stellen ist Vertrauen für viele Betroffene nicht einfach gegeben. In Zürich kommt dazu eine historische Belastung: Bis Ende der 1970er-Jahre existierte ein sogenanntes Schwulenregister. Dass die Polizei heute aktiv Vertrauen aufbauen will, ist deshalb mehr als eine organisatorische Neuerung.

Beratung statt Hürde

Die LGBTIQ-Ansprechperson soll nicht erst dann ins Spiel kommen, wenn bereits klar ist, dass eine Anzeige erstattet wird. Sie kann auch helfen, einen Vorfall einzuordnen oder mögliche nächste Schritte zu besprechen.

Das ist besonders wichtig bei Situationen, die für Betroffene verletzend oder bedrohlich sind, aber nicht immer sofort eindeutig wirken: Beschimpfungen, Einschüchterung, diskriminierende Behandlung oder Gewaltandrohungen.

Die neue Funktion richtet sich auch nach innen. Innerhalb der Stadtpolizei soll sie Wissen vermitteln und Mitarbeitende im Umgang mit queeren Themen unterstützen.

Ein Zeichen zur Pride

Auch an der Zurich Pride 2026 will die Stadtpolizei präsent sein. Dabei soll nicht die Polizei im Mittelpunkt stehen, sondern die Sicherheit der Teilnehmenden und die Möglichkeit, ansprechbar zu sein.

Eine einzelne Ansprechperson löst nicht alle Probleme. Aber sie kann eine Schwelle senken. Für Menschen, die bisher gezögert haben, sich an die Polizei zu wenden. Und für eine Stadt, die für alle sicherer werden will.

Kontakt ist über die offiziellen Kanäle der Stadtpolizei Zürich möglich.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

14.06.2026

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