Gestartet wird klassisch – mit einer Stadtführung! «Queer durch Bamberg» zum Beispiel erzählt von queeren Lebensrealitäten in der UNESCO-Welterbe-Stadt vom Mittelalter bis heute. Die Nürnberger Variante blickt unter dem Motto «150 Jahre Emanzipation und Vielfalt» auf die Geschichte homo- und transsexueller Menschen zwischen Freiheit und Verfolgung.
Danach lohnt sich ein Abstecher ins «Rosegardens» mitten in Nürnbergs Fussgängerzone. Seit fast 30 Jahren führen Michael Heidrich und Oliver Spiller ihren aussergewöhnlichen Concept Store im britischen Landhausstil mit Düften, Schokolade, Rosen-Spezialitäten und vielem mehr. Gleichzeitig engagiert sich das Ehepaar auch beim CSD Nürnberg und bei Aktionen zugunsten der Aidshilfe.
Nürnbergs Goldkehlchen
Überhaupt zeigt sich queere Kultur in Nürnberg besonders kreativ. Der schwule Chor «Die Trällerpfeifen» sorgt seit Jahrzehnten für musikalische Sichtbarkeit, ebenso wie ihre lesbischen Sangeskolleginnen von den «Tinnitussis». 2027, wenn «Die Trällerpfeifen» ihr 30-jähriges Bestehen feiern, richten sie gemeinsam das süddeutsche queere Chorfestival «Sirena» aus.
Ebenfalls Kultstatus geniessen die «Schlampenlichter» mit ihren amüsanten Theaterproduktionen im fränkischen Dialekt. Noch schillernder wird es im Nürnberger «Paradies Revue Theater», Deutschlands zweitältester Travestie-Bühne.
Spot auf Glamour und Glitzer
Travestie lebt in Franken nicht nur in der Grossstadt. Im Weinort Handthal im Steigerwald verwandeln mehrmals im Jahr Travestie-Dinner den traditionellen «Brunnenhof» in eine kleine Welt voller Glitzer und Humor. Regelmässig zu Gast im «Brunnenhof»: die Hamburger Travestie-Ikone Elke Winter. Auch das renommierte Klassikfestival «Kissinger Sommer» zeigt 2026 bei einer Varieté-Burlesque-Revue seine glamouröse Seite: Am 21. Juni begrüsst Hostess Sheila Wolf die Crème de la Crème der Varieté- und Travestieszene.
Neben Bühne und Nachtleben spielen auch Film und Kunst eine Rolle. Das Bamberger «Odeon» beteiligt sich regelmässig an der bundesweiten «Queerfilmnacht», während das Historische Museum Bamberg Werke aus 500 Jahren Kunstgeschichte bei einer Spezialführung neu aus der LGBTQIA+-Perspektive betrachtet.
Landleben unter dem Regenbogen
Wer zwischendurch durchatmen möchte, findet in Franken inzwischen auch zahlreiche queerfreundliche Rückzugsorte. In Schwabach entwickelte sich der Burgersgarten zum Treffpunkt für Community-Abende, Konzerte und Dragshows. Im Fränkischen Seenland zeigt das Seecamping Langlau, wie selbstverständlich vielfältige Campingferien heute sein können. Veranstaltungen wie das «Queer Summercamp» gehören dort fest zum Programm.
Tiefenentspannt wird es in den Hassbergen: Der «Amber Ferienhain» in Sulzbach verbindet stilvolle Unterkünfte mit entspannter Landatmosphäre. Neu eröffnet 2026 ausserdem «Das Ziegelanger» in Zeil am Main – ein liebevoll renovierter historischer Hof mit individuell gestalteten Suiten, Patio und Lounge. Die Betreiberpaare dieser stilvollen Unterkünfte haben einen Ort geschaffen, an dem sich queere Gäste nicht erklären müssen.
Partystimmung mit Haltung
Natürlich zelebriert Franken auch Pride. Immer mehr Städte veranstalten CSDs – darunter Coburg, Erlangen, Würzburg, Bayreuth oder Bamberg. Zu den grössten Events zählen die Nürnberger Prideweeks vom 22. Juli bis zum 9. August 2026 unter dem Motto «Nürnberg liebt». Gefeiert wird sowieso das ganze Jahr: in Nürnberg bei den Partys «Rosa Hirsch» und «Pink Gate» oder beim «Rosa Montag» auf dem Volksfest, in Hof bei der «Queerbeat»-Party oder in der Würzburger Moritz Bar.
Zum Schluss noch ein Abstecher ins Fränkische Weinland: Dort verbindet das Rödelseer Weingut Melber Weinbau mit klarer Haltung. Mit der «Rainbow Collection» und limitierten Pride-Seccos unterstützt der Familienbetrieb den Hamburg Pride e.V. sowie den CSD Berlin e.V. – und liefert gleichzeitig gute Gründe, auf das queere Franken anzustossen.
Lust auf Franken? Inspiration für die nächsten Ferien, kostenlose Broschüren, Tipps für Städtereisen, kulinarische Genussmomente oder Wellness-Auszeiten sowie Tourenvorschläge für Wandern oder Radfahren gibt es unter frankentourismus.de
