Guy Parmelin: Die Botschaft des Bundespräsidenten an die Community

Politik

Porträt von Guy Parmelin.
Guy Parmelin, Bundespräsident. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei, Matthieu Gafsou)
Guy Parmelin über die Bedeutung von Prides, den Schutz vor Diskriminierung und die Verantwortung der Politik: Im Gespräch mit Display erklärt der Bundespräsident, warum Gleichstellung kein abgeschlossener Prozess ist und Vielfalt die Schweiz stärkt.

Herr Bundespräsident, wie lautet Ihre Botschaft an die Besucherinnen und Besucher der Pride?

Guy Parmelin: Wertschätzung und Respekt sind zentrale Pfeiler unserer Gesellschaft. Dazu gehört das Recht jedes Menschen, ohne Angst und ohne Diskriminierung leben zu können. Die Sichtbarkeit und Vielfalt der Menschen an einer Pride zeigt, wie wichtig es ist, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und Freiheit, Würde und Gleichberechtigung aktiv verteidigen.

Denken Sie, dass Manifestationen wie CSD und Prides heute noch eine Dringlichkeit haben?

Auch wenn ich mir eine Gesellschaft wünsche, die niemanden ausgrenzt, sind solche Veranstaltungen weiterhin wichtig. Vieles wurde in den vergangenen Jahren zwar erreicht, trotzdem erleben wir noch immer Ausgrenzung, Vorurteile und Benachteiligung. Auch solche Veranstaltungen erinnern uns daran, dass Gleichstellung kein abgeschlossener Prozess ist, sondern eine Aufgabe, die Politik und Gesellschaft gemeinsam weiterführen müssen.

Haben Sie persönlich schon eine Pride erlebt?

Nein.

Was bedeutet Gleichstellung für Bundespräsident Parmelin persönlich?

Für mich bedeutet Gleichstellung, sich für faire Chancen, gleiche Rechte und den Schutz vor Diskriminierung einzusetzen. Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen alle Menschen unabhängig von ihrer Identität frei und sicher leben können.

Welche Rolle spielen Offenheit, Inklusion und Diversität bei der Gewinnung internationaler Talente und Unternehmen?

Offenheit, Inklusion und Diversität sind zentrale Standortfaktoren für die Schweiz. Internationale Talente und Unternehmen entscheiden sich für Länder, in denen sie willkommen sind, faire Chancen haben und in einem vielfältigen Umfeld arbeiten können.

Für die Schweiz bedeutet das: Nur ein offener und inklusiver Arbeitsmarkt sichert langfristig Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliches Wachstum.

Was tut der Bund gegen Diskriminierung an Schulen und Hochschulen? Und wie werden inklusive Strukturen an ETH und Universitäten gefördert?

Der Auftrag ist aufgrund der Bundesverfassung und der Gesetze für alle Hochschulen und Bildungsinstitutionen klar: Diskriminierung wird nicht toleriert. Die beiden ETH sind Institutionen des Bundes und werden vom Bundesrat mit strategischen Zielvorgaben und deren Kontrolle geführt. Chancengerechtigkeit und Inklusion sind darin schon lange verankert und ein ständiges Thema.

So verfügen beide ETH über klare Regeln zu Offenheit, Inklusion und Diversität und bieten laufend Angebote an, um den respektvollen Austausch zu stärken. Natürlich gibt es auch überall Beschwerdemöglichkeiten, aber das Ziel muss sein, dass es gar nicht erst zu Fehlverhalten und Beschwerden kommt.

Wie verteidigt die Schweiz ihre demokratischen Werte, während die LGBT-Rechte weltweit massiv unter Druck geraten?

Die Schweiz verteidigt ihre demokratischen Werte, indem sie konsequent auf Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz und gesellschaftlichen Dialog setzt. Unsere Institutionen sind darauf ausgerichtet, die Rechte aller Menschen zu schützen – und das auch dann, wenn internationale Entwicklungen in eine andere Richtung gehen.

Gleichstellung und Schutz vor Diskriminierung sind zentrale Bestandteile unserer politischen Kultur. Die Schweiz zeigt damit, dass eine starke Demokratie nur funktioniert, wenn alle Menschen einbezogen und respektiert werden.

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DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

01.06.2026

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