Im Pride-Monat wird Mode zuverlässig bunter. Manche Labels färben ihr Logo für vier Wochen ein und belassen es dabei. Andere nutzen den Anlass für Kollektionen, die zumindest etwas mehr erzählen.
Das heisst nicht, dass jedes Tanktop eine politische Abhandlung braucht. Pride-Merch darf gut aussehen, Spass machen und im besten Fall auch nach dem Juni noch tragbar sein. Trotzdem lohnt sich die Frage: Wer hat sich bei der Kollektion etwas gedacht? Und wer unterstützt queere Organisationen nicht nur mit einem Instagram-Post?
Levi’s
Levi’s hat für 2026 eine der interessantesten Pride-Kollektionen lanciert. «Together, We Ride» ist von queeren Motorradclubs inspiriert, die seit den 1950er-Jahren zunächst in den USA entstanden. Damals waren solche Clubs nicht nur ein Hobby, sondern auch Schutzraum und Community.
Die Kollektion übersetzt diese Geschichte ziemlich direkt in Kleidung: Denim, Leder, Nieten, Tanktops, Gürtel, eine Trucker-Jacke und eine Biker-Weste. Dazu kommen Chaps für alle, die den Juni nicht mit angezogener Handbremse verbringen möchten.
Levi’s spendet jährlich 100’000 Dollar an OutRight International, eine Organisation, die sich weltweit für LGBTQIA+-Rechte einsetzt.
Converse
Converse bleibt bei dem, was Converse am besten kann: Chucks, die etwas weniger brav aussehen als das weisse Standardmodell.
Die aktuelle Kollektion heisst «Still Proud To Be» und umfasst Pride-Versionen der Klassiker sowie Accessoires und personalisierbare Modelle. Wer nur kleine Details möchte, wird fündig. Wer lieber mit Glitzer und Farbe auftritt, ebenfalls.
Das Schöne an Chucks: Sie funktionieren im Alltag, im Club und vermutlich auch noch dann, wenn andere ihre Regenbogenlogos längst wieder eingepackt haben.
Adidas
adidas nennt seine Pride-Linie weiterhin «Love Unites». Die Kollektion reicht von Shirts, Shorts und Jerseys bis zu Sneakers und Accessoires. Einige Teile sind sportlich, andere sehen eher danach aus, als hätten sie ihr Training für den Dancefloor eingeplant.
Seit 2019 arbeitet adidas mit Athlete Ally zusammen. Die Organisation setzt sich für mehr Inklusion im Sport ein und unterstützt LGBTQIA+-Athlet. Gerade dort ist Sichtbarkeit noch immer nicht selbstverständlich.
Abercrombie & Fitch
Abercrombie trägt 2026 wieder «Made With Pride» in den Shop. Die Kollektion ist weniger subtil als andere: Pride-Tanks, Denim, Kleider und ein «Brokeback Mountain»-Shirt, das vermutlich schneller ausverkauft sein dürfte als man «Jack Twist» sagen kann.
Interessanter als das einzelne Shirt ist die Zusammenarbeit mit The Trevor Project. Abercrombie spendet dieses Jahr 400’000 Dollar an die Organisation für Suizidprävention und Krisenintervention bei queeren Jugendlichen, unabhängig vom Umsatz der Kollektion. Insgesamt kamen gemeinsam mit Kund bislang mehr als 6,6 Millionen Dollar zusammen.
Savage X Fenty
Rihannas Unterwäschelabel hat seine Pride-Capsule gemeinsam mit GLAAD entwickelt. In der Kampagne ist unter anderem Vivian Wilson zu sehen.
Die Kollektion umfasst Unterwäsche und Basics mit Aufschriften wie «Queer» und «Love Us Loud». Neben Regenbogenfarben gibt es auch Schwarz-Weiss. Das ist praktisch für alle, die Pride feiern möchten, ohne sich direkt als wandelnde Festivalbändchen-Sammlung zu verkleiden.
Sexy ist das Ganze natürlich auch.
