Nichts war mehr wie vorher nach dem 27. Juni 1969. Die New Yorker Polizei führte damals in der Bar Stonewall Inn in der Christopher Street eine Razzia durch. Das geschah immer mal wieder. Doch diesmal duckten sich die queeren Gäste nicht mehr weg. Es kam zu Strassenschlachten. Die Ereignisse strahlten in die ganze westliche Welt aus. Es entstanden neue Schwulen- und Lesbenbewegungen.
1978 fand in Zürich der erste Christopher Street Day (CSD) statt. Man sammelte Unterschriften zur Abschaffung des Homosexuellen-Registers der Zürcher Stadtpolizei.
Im Jahr darauf, zum zehnten Jahrestag der Stonewall Riots, ging in Bern der erste nationale CSD über die Bühne. Basel feierte die Gay 80.
Die Homo-Register wurden nach und nach abgeschafft. Die CSDs wandten sich neuen Forderungen zu. Gleichzeitig werden sie zunehmend auch soziale und kulturelle Fixpunkte in der Agenda queerer Menschen. Die CSDs, später oft auch Prides genannt, verschafften der Community Sichtbarkeit. Damit waren sie ein wichtiges Instrument im Kampf homosexueller Frauen und Männer hin zur Gleichstellung.
Nur kurz nach der gewonnenen Volksabstimmung über die registrierte Partnerschaft spannte sich 2005 der Regenbogen in Luzern. Die Pride wurde zum Volksfest, fast ohne schrille Figuren, dafür mit braver Strassenkleidung, wie der Network-Berichterstatter Remo Peter feststellte. Man war in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
