Pride und CSD: Stonewall in der Schweiz

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Ein Ständer mit einem Banner mit der Aufschrift „Nicht derde Homosexuelle ist pervers. Sondern die Situation in der er sie lebt.“ mit zwei zusammengebundenen Venus-Symbolen (weiblich) und zwei Mars-Symbolen (männlich) in Anspielung auf queere Paare.
Aktivismus am ersten CSD: Unterschriftensammlung gegen das Homoregister der Stadt - polizei vor dem Globus Zürich, Sommer 1978. (Bild: Bild Jürg Wehrli)
Die moderne Pride-Bewegung hat ihre Wurzeln im Stonewall-Aufstand von 1969 in New York. Was als Protest gegen Polizeirazzien begann, entwickelte sich weltweit zu CSDs und Prides – auch in der Schweiz, wo sie Sichtbarkeit und Gleichstellung vorantrieben.

Nichts war mehr wie vorher nach dem 27. Juni 1969. Die New Yorker Polizei führte damals in der Bar Stonewall Inn in der Christopher Street eine Razzia durch. Das geschah immer mal wieder. Doch diesmal duckten sich die queeren Gäste nicht mehr weg. Es kam zu Strassenschlachten. Die Ereignisse strahlten in die ganze westliche Welt aus. Es entstanden neue Schwulen- und Lesbenbewegungen.

1978 fand in Zürich der erste Christopher Street Day (CSD) statt. Man sammelte Unterschriften zur Abschaffung des Homosexuellen-Registers der Zürcher Stadtpolizei.

Protestierende halten ein Schild mit der Aufschrift "Barn het Schüli gärn"
Frommer Wunsch an der Demo in Bern 1979.

Im Jahr darauf, zum zehnten Jahrestag der Stonewall Riots, ging in Bern der erste nationale CSD über die Bühne. Basel feierte die Gay 80.

Die Homo-Register wurden nach und nach abgeschafft. Die CSDs wandten sich neuen Forderungen zu. Gleichzeitig werden sie zunehmend auch soziale und kulturelle Fixpunkte in der Agenda queerer Menschen. Die CSDs, später oft auch Prides genannt, verschafften der Community Sichtbarkeit. Damit waren sie ein wichtiges Instrument im Kampf homosexueller Frauen und Männer hin zur Gleichstellung.

Nur kurz nach der gewonnenen Volksabstimmung über die registrierte Partnerschaft spannte sich 2005 der Regenbogen in Luzern. Die Pride wurde zum Volksfest, fast ohne schrille Figuren, dafür mit braver Strassenkleidung, wie der Network-Berichterstatter Remo Peter feststellte. Man war in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Protestierende halten ein Schild mit der Aufschrift „Die Institution Familie ist Tot! Aus KIND, FRAU, MANN wurden Menschen!“.
CSD in Luzern 1983: Die protes - tierenden Gays fordern das Ende der Institution Familie.
Menschen bei der Parade halten ein Leintuch mit der Aufschrift „Auf diesem Leintuch lieben nur uns. Täglich 3x“
Gay 80 in Basel mit einem «Pfui»-Leintuch. (Bild Paul Imhof)
Drei Personen schieben einen Sarg in den See
1983 versenkten Luzerner Aktivisten die Institution Familie im See. Die Ehe für alle war damals noch kein Thema.

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Veröffentlicht:

15.06.2026

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