Rue, Jules und das Ende von allem

Film

Jacob Elordi in «Euphoria». (Bild: HBO Max/Euphoria)

Vier Jahre lang hat man uns mit Specials und Gerüchten hingehalten. Jetzt ist Euphoria zurück. Und ehrlich gesagt: Wir haben es vermisst.

Sam Levinsons Serie hat 2019 das Teenie-Drama neu erfunden. Nicht mit Herzschmerz und Abschlussball, sondern mit Drogensucht, explizitem Sex, Gewalt und einer trans Frau im Zentrum. Jules Vaughn, gespielt von Hunter Schafer, ist nicht die Nebenrolle, die am Ende des Abspanns irgendwo mitläuft. Sie ist der Grund, warum Rue (Zendaya) überhaupt noch lebt. Dass Hunter Schafer selbst trans ist und die Rolle über eine Instagram-Ausschreibung bekam, obwohl sie zuvor nie geschauspielert hat, macht es zu einer der ehrlichsten Besetzungsentscheidungen, die Hollywood je getroffen hat.

Hunter Schafer als Jules. (Bild: HBO Max/Euphoria)

Was Hunter Schafer ausserhalb der Serie macht, ist übrigens mindestens so interessant wie Jules. Mit 17 war sie jüngste Klägerin in einem Prozess gegen North Carolinas «Bathroom Bill», der trans Menschen von öffentlichen Toiletten ausschloss. Als trans Aktivistin bezeichnet werden will sie trotzdem nicht. «No. I’m just a tr***y who’s famous», hat sie dem Rolling Stone gesagt. Und trans Rollen lehnt sie reihenweise ab, weil sie findet, dass sie damit niemandem einen Gefallen tut. Was wiederum der Grund sein dürfte, warum Jules Vaughn funktioniert: Schafer spielt sie nicht als Symbol, sondern als Mensch.

Heute starten wir mit Staffel drei, und fünf Jahre sind vergangen. Rue bezahlt noch immer Schulden bei ihrer Dealerin. Cassie und Nate sind verheiratet und in den Suburbs gelandet. Jules studiert Kunst und meidet laut Showrunner Levinson «jede Verantwortung». Maddy ist in Hollywood. Alle irgendwie raus aus der Schule, alle irgendwie noch nicht angekommen.

Vom Bösewicht zum Hollywoodstar

Jacob Elordi spielt seit der 1. Staffel Nate Jacobs, den Typ, den man hassen musste und heimlich nicht konnte. Seither hat er Elvis gespielt, einen mörderisch attraktiven britischen Aristokraten in Saltburn und Frankensteins Monster bei Guillermo del Toro, wofür er eine Oscar-Nominierung erhielt. Jetzt ist er zurück als Nate, verheiratet, in den Suburbs. Was man ihm ehrlich gesagt nicht ganz abnimmt.

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Zendaya wiederum ist gerade das beschäftigtste Gesicht Hollywoods. Seit dem 3. April läuft The Drama in den Kinos, ein dunkles Romantic-Comedy von Regisseur Kristoffer Borgli, in dem sie mit Robert Pattinson ein Paar spielt, das kurz vor der Hochzeit ein Geheimnis enthüllt, das niemand erwartet hat. Danach kommen noch The Odyssey, Spider-Man und Dune Part Three. Sie selbst hat erwähnt, nach diesem Jahr «eine Weile abzutauchen». Man gönnt es ihr.

Was diese Staffel noch mit sich bringt

Angus Cloud, der den chaotischen Ashtray spielte, starb 2023. Eric Dane hat seine Szenen als Cal Jacobs noch abgedreht, bevor er im Februar dieses Jahres verstorben ist. Beide Verluste hängen über dieser Staffel, und das wird man spüren.

Acht Episoden, keine vierte Staffel. Zendaya hat das Wort «Closure» benutzt. Das klingt nach Abschluss. Und ein Abschluss für Rue und Jules wäre nach allem das Mindeste, was diese Serie uns schuldet.

Die erste Folge ist ab sofort auf HBO Max.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

13.04.2026

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