Spartacus hat bewertet, wo queeres Reisen sicher ist und wo nicht. Die Schweiz macht eine gute Figur.
Island führt den Spartacus Gay Travel Index 2026 an, gefolgt von Malta und Spanien auf Rang 2. Die Schweiz belegt einen starken Platz 8, sowie Norwegen. Punkteabzüge gibt es hierzulande noch beim Thema Konversionstherapie, das bislang nicht gesetzlich verboten ist. Luft nach oben bleibt also.
Spanien räumt doppelt ab
Spanien war das Highlight des Abends: An der ITB Berlin wurden zeitgleich die Spartacus Travel Awards 2026 verliehen – und Spanien holte die Auszeichnung als beste LGBTQ-Destination überhaupt. Kein Zufall: Das Land hat 2005 als drittes weltweit die Ehe für alle eingeführt, richtet 2026 die Gay Games in València aus und bewirbt sich für den WorldPride 2030 in Barcelona. Auch Kapstadt überzeugte als beste Stadtdestination – mit lebendiger Community, progressiver Gesetzgebung und dem WorldPride 2028 im Gepäck.
KLM wurde als queerfreundlichste Airline ausgezeichnet, die indischen LaLiT Hotels als beste Hotelmarke – weil Inklusion dort gelebte Unternehmenskultur ist und nicht nur eine PR-Strategie.
Polen springt, Nepal überrascht
Grösster Aufsteiger ist Polen – plus 59 Ränge, von Platz 118 auf Platz 59. Nach dem Regierungswechsel verbesserten sich Trans-Rechte und der Schutz vor staatlicher Repression spürbar. Auch Nepal schafft einen bemerkenswerten Sprung um 21 Plätze auf Rang 32 – dank neuer Self-ID-Verfahren für Trans-Personen und wachsender gesellschaftlicher Toleranz.

USA: Ein Land, zwei Welten
Die USA zeigen 2026 ein gespaltenes Bild – wie ein Spiegel, der in zwei Hälften zerbricht. New York, Kalifornien und Nevada führen den US-internen Index an, während Tennessee, Arkansas und Oklahoma das Schlusslicht bilden. In konservativen Bundesstaaten prägen Zensurgesetze, Anti-Trans-Massnahmen und der Entzug medizinischer Versorgung zunehmend den Alltag. Für queere Reisende gilt: Zwischen einem sicheren und einem feindseligen Umfeld kann manchmal eine einzige Staatsgrenze liegen.
Wo es gefährlich bleibt
Am Ende des Rankings stehen Afghanistan, Tschetschenien, Saudi-Arabien, Iran und Jemen – Länder, in denen Homosexualität mit der Todesstrafe bedroht ist. Irak, Südsudan und Turkmenistan verloren weitere Punkte aufgrund zunehmender Gewalt und staatlicher Repression.
Das Fazit von Spartacus ist ernüchternd und hoffnungsvoll zugleich: Fortschritt und Backlash liegen 2026 enger beieinander als je zuvor. Der vollständige Index ist kostenlos verfügbar unter spartacus.travel.
