Dan Levys «Big Mistakes» ist das beste Chaos der Saison

Film

Dan Levy spielt in «Big Mistakes» einen schwulen Pfarrer. (Bild: Spencer Pazer/Netflix)

Dan Levy hat sechs Jahre gebraucht, um nach «Schitt’s Creek» eine neue Serie zu entwickeln. «Big Mistakes» läuft seit Anfang April auf Netflix.

Wer «Schitt’s Creek» je am Stück geschaut hat, weiss, was man von Dan Levy erwarten darf. Familien, die sich nicht ausstehen können und trotzdem füreinander da sind und Figuren, die viele schlechte Entscheidungen treffen. Und mittendrin Levy selbst, als nervöser Gay mit einem interessanten Modegeschmack. Das war «Schitt’s Creek». Und das ist auch «Big Mistakes», nur lauter, schneller und mit einem russischen Schmuggelring.

Ja, man vermisst Moira Rose. Das ist unvermeidlich. Catherine O’Hara, die ihr diesen Charakter gebaut hat, ist im Januar 2026 gestorben, und die Lücke, die das hinterlässt, ist grösser als jede Serie füllen könnte. Seien wir ehrlich: Es vergeht kaum ein Gay-Dinner, ohne dass jemand Moira Rose zitiert. Und weil es so schön ist möchten wir euch ihre besten Momente nicht vorenthalten:

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Was Levy diesmal anders macht

Levy selbst beschreibt «Big Mistakes» als «ein anderes Buch im selben Regal» wie «Schitt’s Creek». Das stimmt. Beide Serien drehen sich um dysfunktionale Familien. Beide haben Levy als queer codierten Mittelpunkt. Aber «Big Mistakes» hat keine Aufwärmphase. Folge eins, erste Szene: Laurie Metcalf schreit eine Sterbende an. Man ist sofort mitten im Chaos und weiss: diese Serie werde ich lieben!

Metcalf spielt Linda, die Mutter, die Bürgermeisterin werden will und dabei über Leichen geht. Kein Charakter hier ist sonderlich warmherzig. Das ist eine Absage an die gemächliche Wärme von «Schitt’s Creek». Der Umgangston ist hier ein bisschen härter.

Laurie Metcalf und Dan Levy. (Bild: Netflix)

Nicky ist ein Gay, der sich nicht traut. Nicht weil er sich selbst nicht kennt, sondern weil die Institution, die ihm Halt gibt, ihn zwingt, unsichtbar zu bleiben. Levy spielt das ohne Pathos. Wenn Yusuf, der Gangster, der die Geschwister mit Säureandrohungen gefügig machen will, Nicky bedroht, findet der Pastor ihn «sehr dramatisch». Ein Mann, der Gewalt behandelt wie schlechtes Benehmen beim Abendessen.

Seine Schwester Morgan hat ein ganz anderes Problem. Taylor Ortega spielt sie als Frau, die weiss, dass ihr Leben nicht das ist, was sie sich vorstellt, und trotzdem nicht aufhört, es zu leben. Ihr Freund macht ihr mehrfach einen Antrag, den sie nicht annehmen will und auch nicht ablehnen kann. Ortega, die selbst queer ist und aus New Jersey kommt, macht diese Figur zu einem Liebling der Serie. Sie ist einer der Gründe, weshalb wir nicht aufhören könnten, «Big Mistakes» zu schauen. 

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Die Serie ist manchmal zu schnell für ihr eigenes Wohl. Acht Episoden unter 35 Minuten, und das Drehbuch hält selten inne. Manche Plotwendungen verlangen mehr Glauben an die Prämisse, als vernünftig ist. Trotzdem schaut man weiter. Das liegt an den Figuren, nicht am Gangsterplot.

«Big Mistakes» ersetzt «Schitt’s Creek» nicht. Es ersetzt Moira Rose nicht. Aber es aktiviert dieselbe Stelle im Kopf, die damals bei «Schitt’s Creek» nicht mehr aufgehört hat zu leuchten. Das reicht.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

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Veröffentlicht:

26.04.2026

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